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09.09.2026

Endometriose: Studien zeigen vielfältige Symptome und erhöhtes Diabetes-Risiko

Endometriose ist eine chronische Erkrankung, deren Auswirkungen weit über typische gynäkologische Beschwerden hinausreichen können. Aktuelle Studien zeigen unter anderem einen Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes sowie weitere Begleitsymptome. Die Gynäkologie am Klinikum Kaufbeuren möchte Frauen für die vielfältigen Beschwerden der Erkrankung sensibilisieren – unter anderem im Rahmen des Abends der Frauengesundheit am 29. September 2026.

Frau mit Schmerzen im Unterleib als Symbolbild für Gynäkologische Krankheiten | © Foto: Adobe Stock
Frau mit Schmerzen im Unterleib als Symbolbild für Gynäkologische Krankheiten

Endometriose wurde lange vor allem als gynäkologische Erkrankung wahrgenommen. Dabei findet sich gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter, beispielsweise am Bauchfell, an den Eierstöcken, Eileitern oder anderen Organen. Die Erkrankung kann unter anderem zu starken Schmerzen während der Menstruation, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang sowie zu unerfülltem Kinderwunsch führen. Aktuelle Forschung zeigt jedoch, dass das Beschwerdebild deutlich vielfältiger sein kann.

Eine aktuelle Studie mit mehr als 22.000 Frauen mit Endometriose aus dem US-amerikanischen „All of Us Research Program“ untersuchte unterschiedliche Symptomprofile der Erkrankung. Dafür analysierten Forschende aus den USA und Spanien umfangreiche Gesundheitsdaten der Teilnehmerinnen.

„Die Studie verdeutlicht, dass Endometriose mit einem sehr vielfältigen Beschwerdebild verbunden sein kann“, erklärt Privatdozentin Dr. Enikő Berkes, Chefärztin der Gynäkologie am Klinikum Kaufbeuren. „Neben typischen gynäkologischen Schmerzsymptomen können unter anderem Migräne, Magen-Darm-Beschwerden sowie Angststörungen oder depressive Symptome auftreten. Wenn solche Begleitbeschwerden im Vordergrund stehen, wird der mögliche Zusammenhang mit einer Endometriose nicht immer unmittelbar erkannt.“ Diese Vielfalt der Symptome kann dazu beitragen, dass zwischen dem Auftreten erster Beschwerden und der Diagnosestellung mehrere Jahre vergehen.

Endometriose: Zusammenhang mit erhöhtem Typ-2-Diabetes-Risiko

Eine weitere aktuelle Studie unter Leitung der George Mason University in den USA zeigt einen Zusammenhang zwischen Endometriose und einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes. In der Untersuchung von nahezu drei Millionen Frauen war das Risiko für Typ-2-Diabetes bei Frauen mit Endometriose insgesamt um 46 Prozent höher als bei Frauen ohne Endometriose.

Besonders ausgeprägt war der Zusammenhang bei prämenopausalen Frauen sowie bei Frauen ohne Adipositas – also in Gruppen, die üblicherweise nicht zu den klassischen Hochrisikogruppen für Typ-2-Diabetes zählen. „Diese Erkenntnisse unterstreichen, dass bei der Erkrankung Endometriose der gesamte Organismus und mögliche Begleiterkrankungen in den Blick genommen werden sollten“, betont Berkes.

Als mögliche Erklärung für den beobachteten Zusammenhang werden unter anderem chronische Entzündungsprozesse bei Endometriose diskutiert. Ob und über welche Mechanismen diese die Stoffwechselgesundheit langfristig beeinflussen, muss jedoch weiter untersucht werden. Aus den bisherigen Daten lässt sich insbesondere nicht ableiten, dass Endometriose unmittelbar die Entstehung eines Typ-2-Diabetes verursacht.

Moderne Diagnostik und individuelle Therapie

Am Klinikum Kaufbeuren wird Endometriose durch ein erfahrenes gynäkologisches Team diagnostiziert und behandelt. Zur Abklärung gehören neben einer ausführlichen Anamnese und gynäkologischen Untersuchung insbesondere spezialisierte Ultraschallverfahren. In ausgewählten Fällen kann eine weiterführende Bildgebung mittels Magnetresonanztomographie (MRT) sinnvoll sein.

Eine Bauchspiegelung kommt insbesondere dann infrage, wenn eine operative Behandlung erforderlich ist oder sich Beschwerden und Befunde auf anderem Wege nicht ausreichend klären lassen. Die Therapie reicht von Schmerzmedikamenten und hormonellen Verfahren bis hin zu operativen Eingriffen und wird individuell auf die Beschwerden, die Lebenssituation sowie einen gegebenenfalls bestehenden Kinderwunsch der Patientin abgestimmt.

Infobox: Abend der Frauengesundheit am Klinikum Kaufbeuren

Am 29. September 2026 wird Privatdozentin Dr. Enikő Berkes gemeinsam mit dem Team der Gynäkologie am Klinikum Kaufbeuren ausführlich über Endometriose informieren. Darüber hinaus werden weitere wichtige Themen der Frauengesundheit behandelt, darunter Eierstockkrebs, Brustkrebs, Beckenbodenbeschwerden und Schwangerschaftskomplikationen.

Abend der Frauengesundheit
  • 29. September 2026
  • 17-20 Uhr
  • Klinikum Kaufbeuren, Raum Forggensee