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Klinik Füssen

» Adipositaszentrum Ostallgäu

Effektive Behandlung und Unterstützung bei Adipositas
Operationssaal der Unfallchirurgie und Orthopädie in der Klinik Kaufbeuren
Klinik Füssen
ADRESSE

Stadtbleiche 1
87629 Füssen


TELEFONZEITEN

Dienstag und Donnerstag
9 - 11 Uhr


KONTAKT

Tel.: +49 (0)8362 500-503
Mail: adipositaszentrum@kliniken-oal-kf.de

Willkommen im Adipositaszentrum Ostallgäu – Ihr Partner für nachhaltige Gewichtsreduktion und Gesundheit

Im Adipositaszentrum Ostallgäu steht Ihre Gesundheit an erster Stelle. Unser spezialisiertes Team aus erfahrenen Ärzten, Ernährungsberatern und Therapeuten unterstützt Sie auf Ihrem Weg zu einem gesunden Gewicht und einem besseren Lebensgefühl.

Wir bieten maßgeschneiderte Behandlungskonzepte, die auf Ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmt sind, und begleiten Sie Schritt für Schritt zu Ihrem Ziel. Ob konservative Therapieansätze, Ernährungsberatung oder operative Maßnahmen – bei uns finden Sie umfassende Lösungen für eine nachhaltige Gewichtsreduktion.

Individuelle Beratung jeden Dienstag und Donnerstag von 9 bis 11 Uhr

Lassen Sie uns gemeinsam den ersten Schritt in ein gesundes Leben machen. Rufen Sie uns an und vereinbaren Sie Ihre individuelle Beratung unter der Telefonnummer: +49 (0)8362 500-503

In Deutschland gilt nach einer Studie des OECD etwa jeder 4. Mensch als krankhaft übergewichtig (adipös). Eine Adipositas besteht bei einem BMI > 30kg/m² (siehe BMI-Rechner) und wird in drei Grade eingeteilt.

Während die Adipositas Gr. I (BMI zwischen 30 und 35kg/m²) noch gut mit diätetischen, verhaltens- und bewegungstherapeutischen Maßnahmen therapierbar ist, stehen sich bei der Adipositas Gr. II und III (BMI größer als 35 bzw. größer als 40kg/m²) geringe Erfolgs- und hohe Rückfallquoten gegenüber. Auch die neueren Medikamente wie GLP1- Antagonisten können hier noch keine ausreichenden und langanhaltenden Gewichtsreduktionen nachweisen.

Hilfe bei Adipositas

Eine Adipositaserkrankung ist eine große Belastung für den Körper und geht häufig mit mit Neben- und Folgeerkrankungen einher. Dazu zählen etwa Diabetes mellitus II, Gelenkverschleiß mit entsprechenden Schmerzsyndromen, Schlafapneosyndrom, Bluthochdruck, metabolisches Syndrom (Hypercholesterinämie, Hyperurikämie etc.). Auch besteht die Gefahr weiterer Erkrankungen oder Erkrankungsprädispositionen, wie etwa eine erhöhte Neigung zu Krebserkrankungen, rheumatischen Erkrankungen oder Nierenleiden. Im besten Fall sollte eine Maßnahme zur drastischen Gewichtsreduktion erfolgen, bevor eine oder mehrere dieser typischen Erkrankungen aufgetreten sind.

Mit der sogenannten bariatrischen Chirurgie (Operationen bei schwerem Übergewicht) steht die wissenschaftlich belegt wirksamste Methode zur drastischen Gewichtsreduktion zur Verfügung, die im Durchschnitt zum Verlust von 70 bis 90 Prozent des Übergewichts führt. Da wir den Eingriff in Schlüssellochtechnik durchführen, wird der Patient ähnlich wie bei einer Gallenblasenoperation über kleine Hautschnitte unter „schonender Narkose“ so operiert, dass 99 Prozent der Patienten schon am OP-Tag wieder aufstehen und laufen können. Nach drei Tagen kann das Krankenhaus bereits wieder verlassen werden.

Darüber hinaus ist die bariatrische Chirurgie, insbesondere mit der Magenbypassoperation, die einzige Maßnahme, die eine insulinpflichtige Diabetes mell. II-Erkrankung heilen kann. Selbstverständlich sind auch die Daten zur Linderung von Gelenkbeschwerden, Bluthochdruck, Schlafapnoesyndrom sehr gut wissenschaftlich belegt.

Eine Adipositasoperation sollte in der Regel, wenn sie indiziert ist, auch vor etwaigen Eingriffen an den Gelenken oder im Bauchraum durchgeführt werden, sofern diese verzögerbar sind. Dadurch lassen sich die Komplikationsraten drastisch senken.

Adipositas ist in Industrienationen von wachsender Bedeutung, weshalb sich inzwischen verschiedene Fachgesellschaften zum Thema etabliert haben:

Im Adipositaszentrum Ostallgäu-Kaufbeuren arbeiten wir streng mit und nach der wissenschaftlichen S3 Leitlinie „Chirurgie der Adipositas und metabolischer Erkrankungen“ - sowie nach den mit den Fachgesellschaften erarbeiteten Kriterien, die den aktuell weltweiten wissenschaftlichen Kenntnisstand zur bestmöglichen Behandlung der Adipositas Gr. II und III und Ihrer Folge- und Nebenerkrankungen abbildet.

Zudem arbeitet das Adipositaszentrum Ostallgäu-Kaufbeuren nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie. Dies bietet Ihnen als Patient die Sicherheit die Diagnostik und Therapie nach dem aktuellsten Stand der Wissenschaft mit der höchsten Qualität angeboten zu bekommen.

Hierzu steht eine hochmoderne operative Ausstattung genauso wie ein erfahrenes Team zur Verfügung, das sie vor, während und nach einem etwaigen Eingriff behandelt.

Behandlungsweg

Sie haben eine Adipositas Gr. II (BMI > 34,9kg/m²) oder Grad III (BMI > 40kg/m²) und vielleicht auch schon Folge- und Nebenerkrankungen durch Ihr Übergewicht.

Dann stellen Sie sich einfach und unkompliziert bei uns zu einem Erstgespräch nach vorheriger telefonischer Terminvereinbarung in unserem Adipositaszentrum am Standort Füssen vor. Einfühlungsvermögen unserer Mitarbeitenden sowie ein geschützter Raum außerhalb der Räumlichkeiten von Standardsprechstunden bieten Ihnen einen angenehmen Rahmen fernab von stressiger Klinikatmosphäre im Alpenpanaroma Füssens.

Sollten Sie eine weite Anfahrt nach Füssen haben, so können Sie uns die erforderlichen Unterlagen nach Rücksprache zuschicken. Wir würden das Erstgespräch dann zunächst telefonisch mit Ihnen führen und/oder anschließend auch weitere Termine z.B. auch an der Klinik St. Josef Buchloe vereinbaren.

Wenn möglich, drucken Sie sich folgende Bögen aus und bringen Sie diese ausgefüllt zu Ihrem Erstgespräch mit:

Im Rahmen unseres professionellen multimodalen Therapieprogrammes (MMK) werden an 3-6 Terminen verschiedene Themen mit Ihnen besprochen. Bei Bestehen einer Indikation für eine bariatrische Operation werden Sie entsprechend dafür vorbereitet.

Sollte bei Ihnen eine OP-Indikation bestehen und Sie diese auch nach eingehender Beratung explizit wünschen, so muss mit unserer Psychologin leitliniengerecht ein entsprechendes Gutachtengespräch durchgeführt werden. Sollten Sie bereits aufgrund einer psychischen Grunderkrankung in entsprechender Behandlung sein, so ist dies kein Hinderungsgrund für eine Operation. Teilen Sie uns daher bitte alles im Vorfeld mit und stellen Sie uns die entsprechenden Befunde bei einem Ihrer Besuche zur Verfügung.

  • Wirbelsäulen- und Gelenkprobleme
    Bitte bringen Sie, falls vorhanden, entsprechende Befunde zum Vorstellungstermin mit und fragen Sie Ihren behandelnden Orthopäden, ob eine Bewegungstherapie von 2,5h/d pro Woche bei Ihrer Gelenk- oder Wirbelsäulenerkrankung noch möglich ist.
  • Bluthochdruck und Herzinsuffizienz
    Auch das Herz leidet unter schwerem Übergewicht. Bitte stellen Sie uns, soweit vorhanden, auch Ihre hausärztlichen und kardiologischen Vorbefunde und Medikamentenliste zur Verfügung.
  • Schlafapnoesyndrom
    Wachen Sie morgen unausgeruht auf?
    Bestätigt Ihrer Partner lautes Schnarchen oder Atemaussetzer?
    Sollten Sie nächtliche Atemaussetzer haben, wird Ihr Körper über eine Stresshormonausschüttung verhindern, dass Sie ersticken. Dies geht jedoch zu Lasten Ihres Schlafs und Stresses auf Ihren Herzmuskel.
    Sollten Sie Symptome für ein Schlafapnoesyndrom angeben, können wir für Sie gerne einen Termin zur Austestung vereinbaren. Sollten Sie bereits in einer Behandlung (sog. CPAP-Maske) sein, so stellen Sie uns bitte Ihre Unterlagen zur Verfügung.
    Das Schlafapnoesyndrom entwickelt sich häufig innerhalb eines Jahres nach einer bariatrischen Operation vollständig zurück.
  • Diabetes mell. Typ II
    Die häufigste Form der „Zuckerkrankheit“ geht in 90 Prozent der Fälle mit einer Adipositas einher. Insulin ist ein Körpergewicht aufbauendes (anaboles) Hormon. Patienten, die sich Insulin zuführen müssen, können daher kaum noch Gewicht reduzieren. Die Magenbypassoperation zeigt hier exzellente Ergebnisse für die Remission (etwa 70-80 Prozent Heilung) bzw. für die deutliche Verbesserung der sog. Insulinresistenz (20-30 Prozent).
    Sollten Sie bereits bei einem Diabetologen angebunden sein, stellen Sie uns auch hier bitte Ihre Befunde zur Verfügung und sprechen Sie das Thema mit Ihrem behandelnden Arzt offen an.
  • Magenbandimplantation
    Die Operation mit dem größten Bekanntheitsgrad, die sog. Magenbandimplantation, wurde aufgrund ihrer langfristigen Probleme mit schweren Essstörungen, Staseösophagitis (teils schwere Schädigung der Speiseröhre, die aufgrund des Aufstaus vor dem Band zum Neoreservoir wird), Magenhernierung, Verkippung des Bandes mit entsprechender Dysphagie (Unfähigkeit zu Essen oder zu Trinken) und teils retrosternalen Schmerzen weitgehend verlassen. Die Rückfallquote nach Explantation eines Magenbandes geht auch nach Jahren und Jahrzehnten in der Regel bis in den Bereich des ehemaligen Ausgangsgewichts zurück, weshalb eine vorübergehende Implantation ebenfalls nicht sinnvoll ist.
  • Magenballon
    Der Magenballon muss nach spätesten 6-12 Monaten wieder herausgenommen werden, wenn er von den Patienten überhaupt akzeptiert und vertragen wird, da er häufig ein ausgeprägtes Unwohlsein herbeiführt. Der Ballon ist v.a. eine Therapie für Selbstzahler im BMI Bereich von 27-35kg/m², sowie am Bauchraum mit „großen Schnitten“ voroperierten Patienten, die wir nicht mehr in Schlüssellochtechnik operieren. Gelegentlich kommt er auch für Patienten mit massivstem Übergewicht (BMI >65kg/m²) zur Überbrückung bis zur Durchführbarkeit eines bariatrischen Standardverfahrens in Frage.
  • Magenbypass

    Schnellere Sättigung
    Bei einem Magenbypass werden die Nahrungsrestriktion und die Malabsorption kombiniert. Der Arzt teilt den Magen, wodurch eine kleine Magentasche/Pouch und ein größerer, aus der Nahrungspassage ausgeschalteter Restmagen entstehen. Der Pouch kann nur wenig Nahrung aufnehmen und ist schnell gefüllt.
    Dadurch wird dem Gehirn eine rasche Sättigung signalisiert. Patienten haben das Gefühl, schneller satt zu werden und auch länger satt zu bleiben.

    Verminderte Nahrungsverwertung
    Zusätzlich wird der Dünndarm „umgeleitet“, wodurch sich Nahrung und Verdauungssäfte erst im mittleren Dünndarm vermischen, was zu einer verminderten Kalorienaufnahme infolge einer verminderten Nahrungsverwertung führt. Der Bypass ermöglicht einen stärkeren Gewichtsverlust als beispielsweise das Magenband. Durch hormonelle Veränderungen werden Begleitkrankheiten wie ein Diabetes mellitus sehr schnell verbessert oder sogar geheilt. Dieses Verfahren erfordert eine lebenslange Nahrungsergänzung mit Vitaminen und Spurenelementen. Infolge der anatomischen Veränderung ist eine Magenspiegelung nicht mehr möglich.

  • Schlauchmagen
    Geringere Nahrungsmengen
    Bei einer Schlauchmagen-Operation wird der größte Teil des Magens entfernt, wobei ein schlauchförmiger Restmagen verbleibt. Patienten können folglich nur noch geringe Nahrungsmengen auf einmal zu sich nehmen und fühlen sich schneller gesättigt. Der normale Verdauungsprozess bleibt unberührt.
    Bei dieser Operation wird der Teil des Magens entfernt, der für die Produktion des Hormons zuständig ist, welches das Hungergefühl auslöst (Ghrelin). Die Patienten verspüren dadurch weniger Hunger und leiden seltener unter Heißhungerattacken. Eine Magenspiegelung ist bei dieser Technik weiterhin problemlos möglich, Mangelerscheinungen sind selten. 

    Mehrschrittiges Behandlungskonzept bei Superadipositas 
    Bei Patienten mit einem sehr hohen BMI kann in einem zweiten OP-Schritt der Schlauchmagen in einen Magenbypass oder eine Biliopankreatische Diversion mit Duodenal-Switch umgewandelt werden. Durch ein mehrschrittiges Vorgehen können die Behandlungsrisiken auch für schwerstkranke Patienten minimiert werden.

 

Im Rahmen der programmierten Nachsorge nach bariatrischen Operationen in unserem Zentrum erhalten Sie von uns Termine. Für akute Probleme erhalten unsere Patienten postoperativ einen Notfallpass mit einer Telefonnummer auf der auch die Art der durchgeführten Operation angekreuzt ist. Diesen sollten Sie in Ihrem Geldbeutel mitführen.

Wichtige Fragen zum Verhalten nach Operationen sind im folgenden Dokument behandelt:

Video-Interviews zu medizinischen Fragen rund um Adipositas

Adipositas: Gründe für krankhaftes Übergewicht und Methoden der Vorsorge 

Youtube

Adipositas: Ablauf der Therapie am Adipositaszentrum Ostallgäu

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Kooperationspartner:

Neuigkeiten aus dem Adipositaszentrum Ostallgäu
Übergewicht belastet die Gelenke stark und kann schon früh zu Arthrose führen. Viele Betroffene brauchen deshalb früher als andere ein künstliches Kniegelenk. Die Klinik Füssen bietet für diese Patientinnen und Patienten eine spezialisierte Behandlung – mit modernen, schonenden Operationstechniken und einem ganzheitlichen Konzept für die Zeit danach.

„Ein Gelenkersatz bei stark übergewichtigen Patientinnen und Patienten stellt besondere Anforderungen an die Chirurgie“, erklärt Dr. Steffen Vennemann, Chefarzt für Unfallchirurgie und Orthopädie. „Wichtig ist vor allem, das Gewebe wie Haut, Fett- und Muskelgewebe möglichst zu schonen und die Prothese exakt auszurichten. So sichern wir den Erfolg der Operation langfristig.“

Eine gute Vorbereitung spiele ebenfalls eine große Rolle, betont der langjährige Leiter des Endoprothetikzentrums Landsberg am Lech: „Wer vor dem Eingriff etwas Gewicht verliert und Muskulatur aufbaut, hat deutlich bessere Chancen auf eine schnelle Genesung.“ Auch die Nachbehandlung nach der Operation muss laut Vennemann individuell an jede Patientin und jeden Patienten angepasst werden. „Ziel ist es, den Kreislauf aus Übergewicht und Bewegungsmangel zu durchbrechen und so mehr Lebensqualität zu erreichen.“

Adipositaszentrum Ostallgäu: individuelles Therapiekonzept für Betroffene

Vennemanns Kollege Dr. Michael Dykta ergänzt: „Gerade bei stark ausgeprägter Adipositas – also einem BMI über 40 – empfiehlt sich eine operative Gewichtsreduktion vor dem Gelenkersatz.“ Dabei kommt laut dem Chefarzt für Allgemein-, Viszeral- und Adipositaschirurgie an der Klinik Füssen eine sogenannte bariatrische Operation in minimalinvasiver Knopflochtechnik zum Einsatz. „Dadurch können sowohl die Gelenkoperation als auch die anschließende Rehabilitation unter deutlich besseren Bedingungen und mit geringerem Risiko erfolgen“, erklärt Dykta.

Der Leiter des Adipositaszentrums Ostallgäu betont außerdem die enge Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen: „Orthopädie, Adipositaschirurgie und Physiotherapie entwickeln gemeinsam ein individuelles Behandlungskonzept für jede Patientin und jeden Patienten.“

Das Ziel beider Chefärzte ist klar: eine schnelle Mobilisation und eine dauerhafte Gewichtsreduktion. So können wir Komplikationen vermeiden und unseren Patientinnen und Patienten helfen, wieder dauerhaft selbstständig und schmerzfrei mobil zu sein“, sagen Vennemann und Dykta übereinstimmend.

Mehr Informationen zur Unfallchirurgie und Orthopädie der Klinik Füssen.

Mehr Informationen zum Adipositaszentrum Ostallgäu.

Adipositas nimmt weltweit zu: in Deutschland ist rund ein Viertel der Erwachsenen stark übergewichtig. Zum Welt-Adipositas-Tag am 4. März informiert das Team des Adipositaszentrums Ostallgäu in der Klinik Füssen über das Krankheitsbild und die Behandlungsmöglichkeiten.

„Übergewicht und Adipositas hat in den Staaten der OECD inzwischen das alarmierende Ausmaß einer Volkskrankheit angenommen“, gibt Dr. Michael Dykta den so genannten Obesity Report der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wieder. „Mittlerweile gelten bundesweit schon rund zwei Drittel der Männer und etwa die Hälfte der Frauen als übergewichtig“, betont der Leiter des Adipositaszentrums Ostallgäu.

Während bei mäßigem Übergewicht häufig noch mit Nahrungsumstellungen und mehr Bewegung gegengesteuert werden kann, ist eine krankhafte Adipositas laut Dykta nur noch selten mit Disziplin und Eigeninitiative in den Griff zu bekommen. „Wir im Adipositaszentrum stehen Betroffenen daher von Anfang an beratend zur Seite – mit einer Fachkoordinatorin und Ernährungswissenschaftlerin“, hebt der Chefarzt für Allgemein-, Viszeral und Adipositaschirurgie hervor. Sollten die konservativen Therapiemöglichkeiten nicht den erhofften Erfolg bringen, kann der Krankheit auch operativ begegnet werden. „Die bariatrische Chirurgie führt erwiesenermaßen zur nachhaltigsten Gewichtsreduktion“, so Dykta weiter, „und kann darüber hinaus auch häufig vorkommende Folgeerkrankungen wie Diabetes mellitus erfolgreich eindämmen.“

Wichtig ist Dykta zu betonen, dass es sich bei Adipositas um eine chronische Krankheit handelt. „Der Körper adipöser Menschen neigt leider auch nach Gewichtsreduktionen immer wieder dazu, das höchst erreichte Maximalgewicht wieder zu erreichen – allen Diäten und sonstigen Anstrengungen zum Trotz“, erklärt Dykta. „Daher müssen sich Patientinnen und Patienten auch nicht für ihre Krankheit schämen, die noch leider viel zu häufig vorkommende Stigmatisierung ist völlig inakzeptabel.“ Die komplette Belegschaft der Klinik Füssen sei deswegen dahingehend sensibilisiert, mit den Betroffenen entstigmatisiert umzugehen, führt der Arzt aus.

Neue Definition der Adipositas

Anfang des Jahres stellte eine globale Kommission aus Expertinnen und Experten einen neuen Ansatz zur Diagnose der Adipositas vor. Zusätzlich zum Body-Mass-Index (BMI) werden auch andere Messgrößen für überschüssiges Körperfett zur Beurteilung hinzugezogen. Dazu gehören unter anderem der Taillenumfang oder die direkte Fettmessung. Zudem sind insbesondere Folgeerkrankungen der Adipositas relevant – wie Diabetes mellitus II oder Gelenkprobleme.

Die Kommission führt zwei neue Diagnosekriterien ein, die sich an objektiven Maßstäben der Erkrankung auf individueller Ebene orientieren. Die klinische Adipositas definieren die Experten als chronische Erkrankung, die mit einer anhaltenden Funktionsstörung von Organen allein aufgrund einer bestehenden Adipositas einhergeht.

Bei der klinischen Adipositas geht es also nicht um Menschen mit ein paar Kilo zu viel auf den Rippen. Die Rede ist von Patienten, die an einer chronischen Erkrankung leiden und somit eine interdisziplinäre medizinische Versorgung benötigen.

Um die wachsende Anzahl an übergewichtigen Menschen auch in der Region wohnortnah und medizinisch hochwertig zu versorgen, nimmt die Klinik Füssen nun ein Adipositaszentrum in ihr Repertoire auf. Geleitet wird es vom Chefarzt für Allgemein-, Viszeral- und Adipositaschirurgie, Dr. Michael Dykta.

„Ich freue mich, dass wir die Strukturen für das Adipositaszentrum so schnell aufbauen konnten“, betont Dykta bei der Eröffnung im April 2024. Der Chefarzt ist erst seit Februar in der Klinik Füssen tätig. „Wir haben schnell die nötige Expertise ins Haus holen können“, fährt Dykta fort und stellt hier insbesondere die Fachkoordinatorin des Adipositaszentrums Manuela Dreier heraus sowie die Ernährungstherapeutin und -beraterin Jana Ziems. „Sie werden als zentrale Anlaufstellen fungieren“, erklärt der Chefarzt, „die unsere Patienten durch die komplette Behandlungsphase betreuen werden.

Dieser vertrauliche, durchgehende Kontakt sei für Patienten mit Adipositas oft sehr wichtig, macht Dykta deutlich. „Starkes Übergewicht wirkt sich häufig auch psychisch auf die Patienten aus“, so der Chirurg. „Viele schämen sich für ihren Körper.“ Daher sei es sehr wichtig, einfühlsam auf die einzelnen Patienten eingehen zu können. „Auch mit unserem Kooperationspartner, der Selbsthilfegruppe für Adipositas in Kaufbeuren, stehen wir aus diesem Grund in einem engen Kontakt“, erklärt Dykta. Dort werde mit den persönlichen Leiden sehr empathisch und diskret umgegangen, was für viele Menschen eine Teilnahme erst ermöglicht.

Darüber hinaus schätzt sich Dykta glücklich, im Klinikverbund auf ein kompetentes Netzwerk zu treffen. „Mit Dr. Roland Vieth und Dr. Muhammed Ali Ayvaz haben wir in der Klinik bereits äußerst erfahrene Oberärzte, sowohl in der Allgemein- und Viszeralchirurgie als auch in der Inneren Medizin“, so Dykta, „dazu kommt die Abteilung für Innere Medizin von Professor Diepolder in Kaufbeuren, zu der auch die Diabetologie mit den Oberärzten Dr. Thomas Kehle und Dr. Petra Kisselbach gehört.“

Adipositas ist heute als eigenständige Krankheit anerkannt, da es bei starkem Übergewicht häufig zu relevanten Folgeerkrankungen, wie Diabetes, Gelenkverschleiß oder Bluthochdruck kommt und den damit verbundenen Einschränkungen der Lebensqualität und Lebenszeit. Da die Erfolge von Diäten und konservativen Therapieprogrammen laut Dykta oft weder ausreichend noch langanhaltend sind, kann die Adipositaschirurgie mit qualitativ hochwertiger Struktur und geringem Komplikationspotenzial die mit Abstand besten Ergebnisse für diese Patienten anbieten. „Nach einer minimalinvasiven Operation verlassen die Patienten in der Regel schon nach drei Tagen wieder das Krankenhaus“, führt der Chefarzt aus. Die in den anschließenden Monaten auftretende Gewichtsreduktion führe nicht nur zu einer deutlich verbesserten Beweglichkeit und damit einhergehender verbesserter Lebensqualität, sagt Dykta. „Auch die Zuckerkrankheit und der Bluthochdruck sind dann häufig weg oder zumindest deutlich verbessert.“

Standort Bereich Öffnungszeiten Status
Klinik Füssen Adipositaszentrum Ostallgäu-Kaufbeuren Telefonische Auskünfte und Terminvereinbarung:
Di, Do: 9 - 11 Uhr
geschlossen
team
  1. Dr. med. Michael Dykta
    Dr. med. Michael Dykta
    Chefarzt Allgemein-, Viszeral- und Adipositaschirurgie, Leiter Adipositaszentrum, Facharzt für Viszeralchirurgie
  2. Manuela Dreier
    Manuela Dreier
    Fachkoordinatorin Adipositaszentrum, Medizinische Fachangestellte
  3. Jana Ziems
    Jana Ziems
    Ernährungstherapie (B.Sc.), Ernährungsberaterin (n. DGE), Fitnessfachwirtin
  4. Patricia Krafczyk
    Patricia Krafczyk
    Ernährungswissenschaftlerin (B.Sc.)
  5. Prof. Dr. med. Helmut Diepolder
    Prof. Dr. med. Helmut Diepolder
    Chefarzt, Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie und Internistische Intensivmedizin, Leiter Darmkrebszentrum
  6. Dr. med. Thomas Kehle
    Dr. med. Thomas Kehle
    Oberarzt, Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie und Diabetologe DDG
  7. Dr. med. Petra Kisselbach
    Dr. med. Petra Kisselbach
    Oberärztin, Fachärztin für Innere Medizin, Gastroenterologie, Endokrinologie und Diabetologie, Darmzentrumskoordinatorin
  8. Dr. med. Wiebke von der Emde
    Dr. med. Wiebke von der Emde
    geschäftsführende Oberärztin, Fachärztin für Innere Medizin und Gastroenterologie
  9. Dr. med. Roland Vieth
    Dr. med. Roland Vieth
    Leitender Oberarzt Allgemein- und Viszeralchirurgie, Facharzt für Chirurgie & Viszeralchirurgie, Notarzt, MBA Health Care Management
  10. Dr. med. Christian Straßer
    Dr. med. Christian Straßer
    Ärztlicher Leiter der Gastroenterologie Praxis, Facharzt für Innere Medizin/ Gastroenterologie, Hepatologie
  11. Dr. med. Wolfgang Wistuba
    Dr. med. Wolfgang Wistuba
    Leitender Oberarzt, Internist, Gastroenterologe