Peter-Dörfler-Straße 7
86807 Buchloe
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E-Mail: rheumatologie-bu@kliniken-oal-kf.de
Mo - Do: 08:00 - 16:00 Uhr
Fr: 08:00 - 12:00 Uhr
Die Abteilung für Innere Medizin und Rheumatologie befindet sich am Standort Buchloe. Hier werden entzündliche Krankheitsbilder behandelt, die hauptsächlich den Bewegungsapparat betreffen – dazu gehören unter anderem Gelenke, Wirbelsäule, Sehnen und Muskeln. Je nach Krankheitsbild können auch innere Organe wie Herz, Lunge oder Niere betroffen sein. Oftmals sind Funktionsstörungen des Immunsystems die Ursache für diese Erkrankungen. Die Krankheitsverläufe sind meist chronisch, können jedoch auch akut auftreten. Es gibt auch rheumatologische Notfälle! Eine besondere Expertise erfordert die Behandlung von Kollagenosen, Vaskulitiden und Myositiden.
Um eine optimale Diagnostik und Therapie zu gewährleisten, ist der Schwerpunkt Rheumatologie unter dem Dach der Inneren Medizin mit den anderen Fachgebieten (Kardiologie, Gastroenterologie) sowie der Intensivstation und der Notaufnahme vernetzt. Innerhalb des Klinikverbunds Ostallgäu-Kaufbeuren besteht eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit bei speziellen Fragestellungen.
Neben der stationären Behandlung werden rheumatologische Problemfälle auf Zuweisung durch den Haus- oder Facharzt auch ambulant gesehen. Eine Terminvereinbarung über die Rheumatologische Ambulanz ist montags bis donnerstags von 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr sowie freitags von 8.00 Uhr bis 12.00 Uhr möglich.
Notfälle:
Vorstellungen im Notfall sind über die Notaufnahme des Krankenhauses möglich. Gebeten wird um die telefonische Ankündigung vorab (Tel. 08241/504-0).
Stationäre Aufenthalte:
Geplante stationäre Aufenthalte können nach Einweisung durch Hausarzt oder Facharzt vereinbart werden. Um Terminabsprache über unsere Kontaktdaten wird gebeten. Bitte alle relevanten Vorbefunde mitgeben.
Ambulante Vorstellungen:
Ambulante Vorstellungen erfordern eine Überweisung durch Hausarzt oder Facharzt. Eine Terminvereinbarung ist zwingend erforderlich. Bei Notwendigkeit eines kurzfristigen ambulanten Termins wird um Übersendung des unten abgebildeten Formulars zur Dringlichkeit per Fax oder Mail gebeten.
Anhang:
Vorstellungen bei Notfällen:
Die Notaufnahme des Krankenhauses St. Josef Buchloe ist bei medizinischen Notfällen rund um die Uhr erreichbar.
Geplante stationäre Aufenthalte:
Wenn der Hausarzt oder Facharzt einen stationären Aufenthalt für notwendig hält, stellt er einen Einweisungsschein aus. Ein Aufnahmetermin wird telefonisch vereinbart.
Geplante ambulante Vorstellungen:
Die Ermächtigungsambulanz von Frau Dr. Bohn darf nur auf Überweisung durch den Hausarzt oder Facharzt tätig werden.
In der Rheumatologie steht die direkte Beziehung zwischen Arzt und Patient im Mittelpunkt. Oft liegt der Schlüssel zur Diagnose in einem ausführlichen Gespräch und einer gründlichen körperlichen Untersuchung.
Ergänzend dazu setzen wir laborchemische und apparative Untersuchungen ein. Am Krankenhaus St. Josef verwenden wir moderne Ultraschallgeräte mit hochauflösenden Schallköpfen für die Diagnostik von Gelenken und Gefäßen (Abb. 1 und 2). Diagnostische und therapeutische Gelenkpunktionen erfolgen dabei sonographisch gestützt. Eine elegante und nicht-invasive Methode zur Diagnostik von Kollagenosen und Vaskulitiden ist die Kapillarmikroskopie des Fingernagelfalzes (Abb. 3).

Abb. 1: Sonographie eines Fingergelenks: Verdickte Gelenkkapsel (Pfeile) bei rheumatoider Arthritis.

Abb. 2: Powerdoppler-Sonographie der Axillararterie: Großgefäßvaskulitis mit verdickter Gefäßwand.

Abb. 3: Kapillarmikroskopie des Nagelfalzes: Megakapillaren bei systemischer Sklerose.
Konventionelles Röntgen und Computertomographie erfolgen hausintern durch die Radiologische Abteilung des Klinikverbunds Ostallgäu-Kaufbeuren. Für MRT-Untersuchungen werden die Patienten in Kaufbeuren vorgestellt.
Die Therapie entzündlich-rheumatologischer Erkrankungen wird individuell und nach aktuellen Leitlinien gestaltet. Dabei arbeiten Patient, Hausarzt oder Facharzt und Rheumaspezialist eng zusammen (Abb. 4).
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Abb. 4: Partner in der Behandlung rheumatischer Erkrankungen
In den letzten Jahrzehnten haben sich die medikamentösen Möglichkeiten zur Unterdrückung der entzündlichen Aktivität bei Rheuma erheblich erweitert. Neben der Schmerzlinderung kommen regelmäßig immunsuppressive Medikamente zum Einsatz, die den Krankheitsverlauf mildern. Der bevorzugte Wirkstoff ist Methotrexat, mit dem seit vielen Jahren positive Erfahrungen gemacht wurden. Ergänzend dazu setzen wir Biologika ein – spezielle Antikörper, die gezielt einzelne Entzündungsbotenstoffe neutralisieren. Diese werden entweder in die Vene infundiert oder vom Patienten selbst subkutan verabreicht. Kürzlich wurde das Spektrum durch JAK-Hemmer erweitert, die in Tablettenform eingenommen werden können.
Mit diesen hochwirksamen Medikamenten können die meisten entzündlichen Rheumaerkrankungen bei guter Überwachung dauerhaft unter Kontrolle gehalten werden.
Pressemitteilung der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren vom 22.07.2024:
Staffelübergabe in der Buchloer Rheumatologie
Pressemitteilung der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren vom 02.10.2024:
Rheuma: früh abklären, konsequent behandeln
Flyer "Ihr Rheuma in guten Händen"
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Frau Dr. Bohn arbeitet zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Bad Wörishofen und Kaufbeuren der Deutschen Rheuma-Liga Landesverband Bayern e.V. – der Selbsthilfeorganisation und Interessenvertretung rheumakranker Menschen.
Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie e.V.
Rheumaakademie - Rheumatologische Fortbildungsakademie GmbH
eular - European Alliance of Associations for Rheumatology
Schweizer Gesellschaft für Rheumatologie
ÖGR - Österreichische Gesellschaft für Rheumatologie & Rehabilitation
Entzündlich-rheumatische Gelenkerkrankungen sollten idealerweise früh abgeklärt und gezielt behandelt werden. Zum Welt-Rheuma-Tag am 12. Oktober klärt Dr. Jutta Bohn von der Klinik St. Josef Buchloe darüber auf, was Betroffene zusätzlich an Eigenmaßnahmen zur Beschwerdelinderung beitragen können.
„Entzündete Gelenke mögen weder ruhiggestellt noch überlastet werden“, erklärt die Fachärztin für Rheumatologie am Buchloer Krankenhaus. „Gezielte Gymnastik kann umgebende Muskulatur stärken und das Gelenk entlasten.“ So wichtig regelmäßige Bewegung für die Gelenke und den gesamten Organismus laut Bohn ist, so schwierig ist es für viele Betroffene mit einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung, aufgrund von Schmerzen und Bewegungseinschränkung regelmäßige Bewegung durchzuführen.
Hier komme die medikamentöse Therapie als eine der Hauptsäulen der Behandlung entzündlich-rheumatischer Erkrankungen ins Spiel, so die Buchloer Oberärztin weiter. „Rheuma lässt sich zwar nicht heilen, doch wir können die Entzündungsprozesse heute sehr gut kontrollieren“, betont Bohn. Entscheidend sei, Warnzeichen frühzeitig zu erkennen und ärztlich abklären zu lassen. Zu diesen Warnzeichen zählen laut der Expertin starke unerklärliche Schmerzen, Schwellungen oder Morgensteifigkeit der Gelenke. Auch gürtelförmige Schulter- oder Beckenschmerzen, insbesondere nachts oder in den frühen Morgenstunden, können auf eine entzündliche Rheumaform hinweisen. Nächtliche Rückenschmerzen können ebenfalls ein Hinweis sein.
„Je früher wir Veränderungen an Gelenken oder Knochen feststellen, desto gezielter können wir behandeln und Folgeschäden vermeiden“, so Bohn weiter. Bei entsprechenden Symptomen empfiehlt sie, sich zunächst an den Hausarzt zu wenden, der die weitere Abklärung veranlassen kann. Für akute Fälle steht zudem die Notaufnahme des Krankenhauses St. Josef Buchloe rund um die Uhr bereit.
Chronische Entzündungen im Körper, Bewegungsmangel und eine längerfristige Kortisontherapie sind Risikofaktoren für die Entstehung einer Osteoporose. Die Klinik Buchloe bietet eine Knochendichtemessung als individuelle Gesundheitsleistung für Selbstzahler an. Diese Röntgenuntersuchung mit geringer Strahlendosis hilft bei der Früherkennung von Osteoporose. „Die Knochendichtemessung zeigt, ob ein erhöhtes Knochenbruchrisiko besteht“, erläutert Dr. Bohn. Angepasst an dieses Risiko wird in den aktuellen Leitlinien eine abgestufte medikamentöse Therapie empfohlen.
Neben der medikamentösen Therapie ist es sinnvoll, regelmäßige Bewegungsübungen durchzuführen. Gesund für den gesamten Organismus sind außerdem Ausdauer-Sport (Radfahren, Walking, Schwimmen – oder auch flottes Spazierengehen), Verzicht auf Rauchen und gesunde „mediterrane Mischkost“.
Nur wenige Krankheiten gehen mit derart unterschiedlichen Symptomen einher wie die des rheumatischen Formenkreises. Rechtzeitig erkannt, sind die Behandlungsmöglichkeiten jedoch günstig, wie die Buchloer Rheumatologin Dr. Jutta Bohn zum Welt-Rheuma-Tag am 12. Oktober 2024 erklärt.
„Rheuma lässt sich zwar noch immer nicht heilen, doch die Symptome können wirksam unterdrückt werden“, betont die Buchloer Oberärztin. Voraussetzung für einen günstigen Krankheitsverlauf sei es, entzündliches Rheuma mit seinen oft unspezifischen Symptomen frühzeitig zu erkennen und konsequent zu behandeln, so Bohn. Insbesondere plötzliche und unerklärbare Schmerzen weisen laut der Expertin auf Rheuma hin. „Vorgestern war noch alles normal, und seit gestern sind andauernde Schmerzen da“, erklärt Bohn die Anzeichen.
Bei der rheumatoiden Arthritis können laut Bohn speziell Schmerzen und Schwellungen an Fingern und Handgelenken auftreten, einhergehend mit Morgensteifigkeit. „Das kann so schwerwiegend sein, dass Betroffene mit der Hand nicht mehr kraftvoll zugreifen können“, beschreibt die Ärztin das Krankheitsbild. Gürtelförmige Schulter- oder Beckenschmerzen, vor allem nachts oder frühmorgens, weisen hingegen auf die Rheumavariante der Polymyalgia rheumatica hin. „Die meist älteren Erkrankten empfinden die Beschwerden oft wie einen Muskelkater ohne vorausgehende Überlastung“, so Bohn weiter. Schmerzen an der Kopfhaut sowie der Kaumuskulatur oder Sehstörungen können zudem auf eine begleitende Arterienentzündung hinweisen.
Bohn empfiehlt, bei diesen Anzeichen schnell den Hausarzt aufzusuchen, der die Situation in der Regel beurteilen kann und bei Bedarf umgehend die Rheumatologie einbindet. „Möglicherweise ist Gefahr im Verzug“, stellt Bohn klar. „Gerade wenn Rückenschmerzen in der zweiten Nachthälfte bereits länger bestehen, kann das ein Hinweis auf eine rheumatische Entzündung der Wirbelsäule sein.“ Bei Abgeschlagenheit, Fieber oder hohen Entzündungswerten im Blut muss neben einer Infektionskrankheit auch eine Erkrankung des rheumatischen Formenkreises bedacht werden, hebt die Ärztin hervor.
„Bei diesen Warnzeichen sollte zügig der Hausarzt kontaktiert werden“, fährt Bohn fort. „Er entscheidet, ob und mit welcher Dringlichkeit der Rheumaspezialist mit ins Boot geholt werden soll.“ Für Akutsituationen stehe zudem die Notaufnahme des Krankenhauses St. Josef Buchloe rund um die Uhr zur Verfügung, so die Ärztin abschließend.
Hinter dem Begriff Rheuma verbergen sich mehrheitlich Autoimmunerkrankungen, bei denen der Organismus Abwehrstoffe gegen körpereigene Strukturen bildet. In der Folge treten Entzündungen an verschiedenen Körperstellen wie Gelenken, Bindegewebe, Blutgefäßen oder inneren Organen auf. Die genauen Ursachen hierfür sind noch immer unklar. Insgesamt leiden etwa 2,6 Prozent der erwachsenen Deutschen unter entzündlichem Rheuma.
Dr. Jutta Bohn übernahm im Juli die Leitung der stationären Rheumatologie und der bisherigen Ambulanz der Klinik St. Josef Buchloe. Zugleich eröffnet der langjährige Chefarzt Dr. Artur Schleich eine rheumatologische Fachpraxis.
„Wir sind sehr froh, mit dieser Lösung eine lückenlose Versorgung für unsere Patientinnen und Patienten gewährleisten zu können“, macht Frau Dr. Bohn deutlich, die schon seit vergangenem Jahr gemeinsam mit Herrn Dr. Schleich die Buchloer Rheuma-Patienten betreut und die intensive Zusammenarbeit auch in der neuen Konstellation fortsetzen möchte. Sie war zuvor unter anderem schon 16 Jahre lang als Rheumatologin in Leitungsposition am Juliusspital in Würzburg tätig.
Die bislang eigenständige rheumatologische Fachabteilung wird künftig in der Abteilung Innere Medizin von Chefarzt Dr. Sascha Chmiel integriert sein. „Unser Ziel ist die noch engere Vernetzung zwischen den internistischen Disziplinen des Hauses“, erklärt Frau Dr. Bohn. „Gemeinsam möchten wir das große Ansehen der Rheumatologie an der Klinik St. Josef Buchloe in der Region hochhalten, die im Landkreis die einzige stationäre Einrichtung ihrer Art ist.“
Rheumatologen beschäftigen sich mit entzündlichen Erkrankungen, die häufig mit Beschwerden am Bewegungsapparat einhergehen. Betroffen sind somit in erster Linie Gelenke, Sehnen, Knochen und Muskulatur. Viele der über 100 komplexen rheumatologischen Erkrankungen gehen auf Störungen im Immunsystem zurück („Autoimmunerkrankungen“). Beispiele sind die rheumatoide Arthritis, der Morbus Bechterew und die Polymyalgia rheumatica. Hinzu gehören auch die Gruppen der Vaskulitiden, Kollagenosen und Myositiden. Zu deren Behandlung stehen dem Rheumatologen heute hochwirksame und zielgerichtete Medikamente wie etwa Biologika zur Verfügung, deren Einsatz eine hohe fachliche Expertise erfordert.
Patienten mit rheumatischen Erkrankungen sind, insbesondere im Langzeitverlauf, überwiegend ambulant zu behandeln. Dennoch gibt es kritische Situationen, bei denen ein Patient besser und schneller unter stationären Bedingungen diagnostiziert und behandelt wird.
Chronische Rückenschmerzen können auf eine rheumatische Erkrankung wie Morbus Bechterew hinweisen. Zum Welt Morbus Bechterew Tag am 4. Mai 2024 erläutern die Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren, welche spezifischen Symptome mit dieser seltenen Krankheit einhergehen und wie sie behandelt wird.
„Schmerzt der Rücken vor allem in Ruhephasen“, betont Dr. Artur Schleich, „deutet dies auf eine Entzündung hin – im Gegensatz zu orthopädisch begründeten Rückenschmerzen, die vermehrt auf Abnutzungserscheinungen und Bandscheibenprobleme durch Fehlhaltung und Fehlbelastung zurückzuführen sind.“ Gerade wenn die Schmerzen in der zweiten Nachthälfte oder am frühen Morgen auftreten, empfiehlt der Chefarzt für Rheumatologie an der Klinik St. Josef Buchloe eine Abklärung auf Morbus Bechterew.
„Meist ist die Lendenwirbelsäule oder die Kreuzdarmbeinregion betroffen“, führt Schleich aus, „im Verlauf können jedoch auch andere Körperregionen erkranken.“ Die Schmerzen veranlassen laut dem renommierten Rheumatologen zum Aufstehen und Umhergehen, worunter vorübergehende Besserung eintritt. Darüber hinaus gehe Morbus Bechterew häufig mit weiteren Entzündungen einher, so Schleich weiter, wovon etwa die Regenbogenhaut oder der Darm betroffen sein können. „Gelegentlich treten Morbus Crohn oder eine Schuppenflechte zeitgleich zur entzündeten Wirbelsäule auf“, erklärt der Chefarzt, „die Diagnosestellung ist jedoch nicht immer einfach.“
Neben den entzündungshemmenden Schmerzmitteln ist laut Dr. Jutta Bohn vor allem regelmäßige Krankengymnastik wichtig. „Damit können wir der so genannten Einsteifung und dem damit einhergehenden Funktionsverlust vorbeugen“, betont die leitende Oberärztin für Rheumatologie an der Klinik St. Josef Buchloe. „Dennoch ist der Umgang mit Morbus Bechterew für Betroffene eine lebenslange Aufgabe.“
Wichtig sei daher die sichere und frühzeitige Diagnosestellung, macht die Rheumatologin deutlich, gefolgt von konsequenter medikamentöser sowie krankengymnastischer Therapie. „Mit modernen Medikamenten wie den zielgerichtet wirkenden Biologika kann der Krankheitsfortschritt heute eingedämmt werden“, verdeutlicht Bohn. „Dadurch wird auch die Lebensqualität verbessert.“
Nur wenige Krankheiten gehen mit derart unterschiedlichen Symptomen einher wie die des rheumatischen Formenkreises. Rechtzeitig erkannt sind die Behandlungsmöglichkeiten jedoch günstig, wie der Buchloer Chefarzt Dr. Artur Schleich und die leitende Oberärztin Dr. Jutta Bohn zum Welt-Rheuma-Tag am 12. Oktober 2023 erklären.
Rheuma lässt sich laut Schleich zwar noch immer nicht heilen, doch die Symptome können wirksam unterdrückt werden. „Es gibt sehr gute Medikamente gegen Rheuma – und es werden immer mehr", betont der auf diesem Gebiet renommierte Buchloer Chefarzt. Für Patientinnen und Patienten werde es somit wieder möglich, ein normales Leben zu führen und ihre Freizeit zu genießen, so Schleich weiter.
Voraussetzung für die erfolgreiche Behandlung von Rheuma ist laut Schleich, dass früh und konsequent gegen die Krankheit vorgegangen wird. Gerade deshalb sei es wichtig, Rheuma in seinen vielfältigen Ausprägungen und mit seinen oft unspezifischen Symptomen früh zu erkennen, betont der Chefarzt. „‘Hit hard und early‘ ist eine in der Rheumatologie etablierte Faustformel", erklärt Schleich.
Zum diesjährigen Welt-Rheuma-Tag nimmt Dr. Schleich daher mögliche Warnzeichen in den Fokus. Ein Zeichen ist laut Schleich, wenn Schmerzen plötzlich und unerklärbar auftreten und anhalten. „Vorgestern war noch alles normal, und seit gestern sind andauernde Schmerzen da“, wird ein Symptom von Schleich beschrieben, der als einer der wenigen Spezialisten im Umkreis Rheuma stationär behandelt. „Noch eindeutiger wird es, wenn gürtelförmige Schulter- oder Beckenschmerzen vor allem nachts oder frühmorgens auftreten“, weist der Spezialist auf die Rheumavariante Polymyalgia rheumatica hin. „Sie können sich auch wie ein Muskelkater nach Überlastung anfühlen, kommen jedoch aus dem Nichts."
Über weitere Varianten klärt Schleichs Kollegin Dr. Jutta Bohn auf. Rund die Hälfte aller Rheumaerkrankungen macht laut Bohn die rheumatoide Arthritis aus, die vor allem die Gelenke betrifft und sich etwa durch Schmerzen, Gelenkschwellungen und Morgensteifigkeit äußert. „Schwellungen an Fingern und Handgelenken hindern Betroffene daran, die Hand zur Faust zu ballen oder kräftig zuzugreifen“, erklärt die Oberärztin.
Auch Blutgefäßentzündungen wie die Aortenbogen-Vaskulitis und die Arteriitis temporalis sind weitere Variationen von Rheuma. „Hier sind vor allem ältere Menschen betroffen“, so die Rheumatologin, die in diesem Zusammenhang zunächst wenig alarmierende Symptome wie Abgeschlagenheit, unklares Fieber oder hohe Entzündungswerte im Blut nennt. „Vorsicht ist bei plötzlichen Kopfschmerzen ohne erkennbaren Auslöser angesagt“, berichtet Bohn, „dann betrifft die Krankheit möglicherweise die Blutgefäße im Kopf."
Auch Schmerzen der Kopfhaut bzw. der Kaumuskulatur oder Sehstörungen können laut Bohn auf eine Arteriitis temporalis hinweisen, die auch Riesenzellarteriitis genannt wird. Sie empfiehlt, bei diesen Anzeichen schnell den Hausarzt aufzusuchen, der die Situation in der Regel beurteilen kann und im Zweifel sofort Kontakt zu Fachärzten herstellt. „Sind die Augen betroffen, besteht die Gefahr der Erblindung", stellt Bohn klar. „Schnelles Handeln ist also unerlässlich.“ Neben dem Hausarzt stehe die Notaufnahme des Krankenhauses St. Josef rund um die Uhr zur Verfügung, so die Ärztin. Auch ein vorheriger telefonischer Kontakt sei möglich.
Rheuma ist ein Oberbegriff für mehrere sogenannte Autoimmunerkrankungen. Dabei treten Entzündungen an verschiedenen Körperstellen wie Gelenken, Bindegewebe, Blutgefäßen oder Organen auf. Bei einer Autoimmunerkrankung nimmt das Immunsystem körpereigene Strukturen als Eindringling wahr und versucht diese durch eine Entzündung zu bekämpfen. Die genauen Ursachen dafür sind noch immer unklar. Jedoch gibt es eine genetische Neigung zu Rheuma. Insgesamt leiden etwa 3,5 bis vier Prozent der Deutschen unter einer rheumatischen Erkrankung.
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