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02.04.2026

Parkinson: mehr als nur eine Bewegungsstörung

Parkinson ist eine chronisch fortschreitende neurologische Erkrankung, von der in Deutschland rund 400.000 Menschen betroffen sind. Oft wird sie vor allem mit Zittern oder eingeschränkter Beweglichkeit verbunden. Tatsächlich betrifft sie jedoch weitaus mehr Bereiche des Körpers und des Alltags, wie Professor Martin Hecht bei einem Patientenvortrag am Klinikum Kaufbeuren erläutert.

Professor Martin Hecht (12.v.r.) mit dem Ärzte-, Pflege, und Therapieteam der Kaufbeurer Neurologie. | © Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren
Professor Martin Hecht (12.v.r.) mit dem Ärzte-, Pflege, und Therapieteam der Kaufbeurer Neurologie.

„Viele Patientinnen und Patienten, die an Parkinson erkrankt sind, leiden etwa an Schlafstörungen, Depressionen oder vegetativen Problemen“, betont der Chefarzt für Neurologie am Klinikum Kaufbeuren. „Diese sogenannten nicht-motorischen Symptome werden oft unterschätzt, beeinflussen die Lebensqualität aber ganz erheblich.“

 

Gemeinsame Ursache ist laut Hecht ein Mangel des Botenstoffs Dopamin im Gehirn, der durch das Absterben bestimmter Nervenzellen entsteht. Die Folgen zeigen sich nicht nur in klassischen Bewegungsstörungen wie Zittern, Muskelsteifheit oder verlangsamten Bewegungen. „Die Erkrankung geht aber darüber hinaus“, hebt Hecht hervor.

 

Tatsächlich treten erste Anzeichen der Erkrankung häufig bereits Jahre vor den typischen motorischen Symptomen auf. Dazu zählen unter anderem Riechstörungen oder vermehrte Bewegungen im Traumschlaf. „Die Ausprägung der Erkrankung ist dabei sehr individuell“, so Hecht weiter, „sowohl in Bezug auf die Symptome als auch auf den Verlauf.“

 

In der Behandlung hat sich laut dem Chefarzt in den vergangenen Jahren viel getan. Zwar ist Parkinson nach wie vor nicht heilbar, die Therapie kann die Beschwerden jedoch deutlich lindern und den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.
 

„Die Therapie besteht heute aus mehreren Bausteinen“, so Hecht. „Neben Medikamenten, die den Dopaminmangel ausgleichen, spielen auch Bewegungs- und Physiotherapie sowie Logopädie eine wichtige Rolle. In bestimmten Fällen kommen auch moderne Verfahren wie Pumpentherapien oder die tiefe Hirnstimulation zum Einsatz.“

 

Neben der Akuttherapie wird in Kaufbeuren auch eine geplante stationäre Parkinson-Komplex-Behandlung angeboten, die die verschiedenen Verfahren kombiniert. Zudem ist die Kaufbeurer Neurologie über „ParkLink – Gemeinsam gegen Parkinson“ auch mit anderen Parkinson-Zentren vernetzt. Ziel sei es immer, die Selbstständigkeit und Lebensqualität der Betroffenen möglichst lange zu erhalten.

 

Mehr Infos über das Krankheitsbild und aktuelle Behandlungsmöglichkeiten erfahren Interessierte am Dienstag, 14. April 2026 um 19 Uhr. Beim Online-Patientenvortrag „Parkinson – mehr als eine Bewegungsstörung“ informiert Prof. Hecht verständlich über Symptome, Verlauf und moderne Therapiekonzepte und steht im Anschluss für Fragen zur Verfügung. Den Link zur Veranstaltung finden Sie unter kliniken-oal-kf.de/events