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09.10.2026

Nicht jedes Knie muss gerade sein: Robotik ermöglicht individuellen Kniegelenkersatz

Im zertifizierten Endoprothetikzentrum am Klinikum Kaufbeuren kommt mit „ROSA“ moderne robotische Unterstützung bei Kniegelenkersatz-Operationen zum Einsatz. Sie ermöglicht es den Operateuren des Bewegungszentrums Allgäu, die Position einer Knieprothese individuell an Beinachse und Bandspannung des einzelnen Patienten anzupassen. Beim „Orthober“ am 17. Oktober können Interessierte die Technik bei einer Demonstration am Modell erleben.

Chefarzt PD Dr. Markus Bormann (l.) und ltd. Oberarzt Dr. Tilman Eßlinger (r.) bei einer roboterassistierten Knieersatz-OP. | © Foto: Dominique Roth| Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren
Chefarzt PD Dr. Markus Bormann (l.) und ltd. Oberarzt Dr. Tilman Eßlinger (r.) bei einer roboterassistierten Knieersatz-OP.

„Über viele Jahre galt bei der Knieprothese ein möglichst gerades Bein als ideales Ziel“, erklärt Privatdozent Dr. Markus Bormann, Chefarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie am Klinikum Kaufbeuren. „Heute wissen wir, dass Menschen sehr unterschiedliche natürliche Beinachsen haben. Nicht jedes gesunde Knie ist vollkommen gerade.“

Die robotische Unterstützung ermöglicht es, während der Operation sowohl die individuelle Anatomie als auch die Spannung der Bänder zu berücksichtigen. Ziel ist es, die ursprünglichen anatomischen und funktionellen Verhältnisse des Kniegelenks möglichst gut wiederherzustellen.

„Ein Patient, der vor seiner Arthrose natürlicherweise eine O-Bein-Stellung hatte, muss nach einer Knieprothese nicht zwangsläufig ein vollkommen gerades Bein haben“, so Bormann. „Entscheidend ist eine für diesen Patienten passende Kombination aus Beinachse, Gelenklinie und Bandspannung. Das künstliche Gelenk soll sich möglichst an den Patienten anpassen – und nicht umgekehrt.“

Bormann bringt dabei bereits umfangreiche Erfahrung mit der robotisch assistierten Knieendoprothetik mit. Am Muskuloskelettalen Universitätszentrum München des LMU Klinikums hat er über Jahre mit dieser Technologie operiert und den Bereich der roboterassistierten Endoprothetik geleitet.

Der Roboter entscheidet dabei nicht selbst. Er liefert dem Operateur zusätzliche Informationen und hilft, die individuell geplante Implantatposition präzise umzusetzen. „ROSA ist für uns kein Autopilot, sondern ein Präzisionsinstrument“, betont Bormann.

Damit fügt sich die robotisch assistierte Knieendoprothetik laut Bormann in die Behandlungsphilosophie des Bewegungszentrums Allgäu ein. „Wir wollen mit unseren Patienten zusammen eine individuell abgestimmte Therapie entwickeln, statt ihnen eine Behandlung nach einem starren Standardschema überzustülpen.“

Veranstaltungshinweis: Orthober am 17. Oktober

Beim Orthober am 17. Oktober 2026 im Klinikum Kaufbeuren erhalten Besucherinnen und Besucher Einblicke in die moderne Endoprothetik. Ein Höhepunkt ist die Live-Demonstration einer Kniegelenkersatz-Operation am Modell mit dem OP-Roboter ROSA.

Weitere Informationen unter kliniken-oal-kf.de/events.

Vorträge - Raum Forggensee

  • 14:00 - 14:30 Uhr: Vortrag „Gelenkersatz an Hüfte, Knie und Schulter: was bedeutet Rapid Recovery?“
    PD Dr. Markus Bormann, Dr. Steffen Vennemann, Chefärzte Orthopädie und Unfallchirurgie
  • 15:00 - 16:00 Uhr: Live Operation des künstlichen Kniegelenks am Modell mit OP-Roboter
    PD Dr. Markus Bormann, Dr. Steffen Vennemann, Chefärzte Orthopädie und Unfallchirurgie
  • 16:30 - 17:00 Uhr: Vortrag „Wenn die Prothese schmerzt: Ursachen und Lösungen“
    PD Dr. Markus Bormann, Chefarzt Orthopädie und Unfallchirurgie

Rahmenprogramm

  • Rundgang durch den OP-Saal
  • Infostand Bewegungszentrum Allgäu
  • Infostand Zimmer Biomet  
  • Übungspfad Physiotherapie, Rapid Recovery

Mehr Informationen zur Orthopädie und Unfallchirurgie der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren

Mehr Informationen zum Endoprothetikzentrum Kaufbeuren