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10.03.2026

Darmkrebs: Vorsorge rettet Leben

Darmkrebs ist bundesweit die zweithäufigste Tumorerkrankung – dabei lässt er sich so leicht verhindern wie keine andere. Mit einer Darmspiegelung können Polypen mühelos identifiziert und entfernt werden, bevor sie sich zu Krebszellen entwickeln. Zum Darmkrebsmonat März erklären die Experten der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren, für wen die Darmkrebsvorsorge besonders wichtig ist.

Wohnortnahe Versorgung von Darmkrebs auf höchstem Niveau: die Teams an den drei Standorten Kaufbeuren (o.l.), Füssen (o.r.) und Buchloe (u.) | © Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren
Wohnortnahe Versorgung von Darmkrebs auf höchstem Niveau: die Teams an den drei Standorten Kaufbeuren (o.l.), Füssen (o.r.) und Buchloe (u.)

„Kaum eine Tumorart lässt sich so leicht vermeiden wie Darmkrebs“, betont Dr. Wiebke von der Emde. Die geschäftsführende Oberärztin für Gastroenterologie in der Klinik Füssen führt aus, dass jährlich rund 55.000 Menschen an Darmkrebs erkranken – rund ein Drittel stirbt an den Folgen der Krankheit. „Viele dieser Fälle könnten durch Vorsorge und Früherkennung vermieden werden“, so von der Emde weiter. Mit einer Darmspiegelung etwa könne das Risiko für die Entstehung des Dickdarmkrebses deutlich gesenkt werden. Bei der Untersuchung können laut der Internistin bereits kleine Polypen, also Vorstufen von Krebszellen, identifiziert und abgetragen werden. „Dadurch können bis zu 90 Prozent der Patienten dauerhaft geheilt werden“, bilanziert von der Emde.

Dr. Wolfgang Wistuba pflichtet seiner Kollegin bei. „Jede Patientin und jeder Patient hat ab einem Alter von 50 Lebensjahren den Anspruch auf Untersuchungen zur Früherkennung von Darmkrebs“, so der leitende Oberarzt der Klinik St. Josef Buchloe. Laut Wistuba werden die Kosten dafür von der Krankenkasse übernommen. In Absprache mit dem Hausarzt geht das laut dem Gastroenterologen auch früher – für Patienten, die etwa an einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung leiden oder im familiären Umfeld bereits Krebserkrankungen erfahren haben. „Gerade für diese Risikogruppen sind regelmäßige Untersuchungen zur Früherkennung wichtig“, so Wistuba weiter.

Eingriff bei Darmtumor: hervorragende Ergebnisse mit OP-Roboter

Durch die intensive Zusammenarbeit mit diesem zertifizierten Zentrum am Klinikum Kaufbeuren können auch kompliziertere Fälle von Darmkrebs kompetent und ganzheitlich behandelt werden. „Diese Patienten werden dann in unserer Tumorkonferenz mit allen relevanten Fachdisziplinen vorgestellt, in der alle für die Diagnostik und Tumortherapie  relevanten Disziplinen vertreten sind", erklärt Professor Helmut Diepolder. Laut dem Chefarzt für Gastroenterologie am Klinikum Kaufbeuren kommen dabei regelmäßig alle beteiligten Mediziner und Medizinerinnen bis hin zum Hausarzt zusammen und besprechen ihre Patienten. „Dieser Schritt ist wichtig, weil dabei das Behandlungskonzept erarbeitet und vorgestellt wird", erläutert Diepolder. So können laut dem Leiter des Darmkrebszentrums Kaufbeuren auch diffizilere Fälle von allen Seiten betrachtet und diskutiert werden, damit am Ende immer ein von allen getragenes Behandlungskonzept erstellt werden kann.

Wenn eine Operation notwendig wird, stehen heute besonders schonende Verfahren zur Verfügung. „Viele Eingriffe können minimalinvasiv durchgeführt werden“, so Professor Stefan Maier. Der stellvertretende Leiter des Darmkrebszentrums kann dabei mit seinem Team auch auf den Operationsroboter Da Vinci zurückgreifen. Die robotisch assistierte Technik ermöglicht besonders präzise Bewegungen, eine hochauflösende Sicht im Operationsgebiet und kann für Patientinnen und Patienten Vorteile wie kleinere Schnitte, weniger Schmerzen und eine schnellere Erholung nach dem Eingriff bedeuten. „Wir haben dieses System nunmehr knapp zwei Jahre in Betrieb und erzielen damit hervorragende Ergebnisse“, bilanziert Maier.

Standortübergreifende Zusammenarbeit: schnelle Terminvergabe möglich

Der regelmäßige Austausch der drei Klinikstandorte in Kaufbeuren, Füssen und Buchloe sorgt dafür, dass Termine für Endoskopien und andere Eingriffe auch zeitnah angeboten werden können. „Wir haben immer die Möglichkeit, unseren Patientinnen und Patienten den jeweils schnellsten Termin an allen Kliniken anzubieten“, hebt Chefarzt für Allgemein-, Viszeral und Thoraxchirurgie am Klinikum Kaufbeuren hervor. Maier führt aus, dass diese intensive Zusammenarbeit innerhalb der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren zu einer optimierten Versorgung der Patienten beitrage. „Letztendlich profitieren alle davon“, so Maier abschließend, „die Patienten, weil sie zeitnah einen Termin erhalten und die jeweiligen Standorte, weil wir so möglichst gleichmäßig ausgelastet sind.“