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07.03.2024

Darmkrebs verhindern, bevor er entsteht

Darmkrebs ist bundesweit die zweithäufigste Tumorerkrankung – dabei lässt er sich so leicht verhindern wie keine andere. Die beiden Leiter des Darmkrebszentrums Kaufbeuren erklären, wie Darmkrebs bereits in der Entstehung erkannt und entfernt werden kann – und welche Möglichkeiten es für Patienten auch nach einer Erkrankung gibt.

Prof. Dr. Helmut Diepolder (links) und Prof. Dr. Stefan Maier (rechts) vom Darmkrebszentrum Kaufbeuren | © Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren
Prof. Dr. Helmut Diepolder (links) und Prof. Dr. Stefan Maier (rechts) vom Darmkrebszentrum Kaufbeuren

Bundesweit erkranken jährlich ca. 60.000 Menschen an Darmkrebs, rund ein Drittel davon stirbt an den Folgen der Erkrankung. „Dabei kann man kaum einer anderen Krebsart so leicht vorbeugen“, erklärt Professor Helmut Diepolder anlässlich des derzeit stattfindenden Darmkrebsmonats März. „Denn durch Vorsorge und Früherkennung könnten nahezu alle Darmkrebsfälle verhindert oder frühzeitig geheilt werden.“ Laut dem Leiter des Darmkrebszentrums Kaufbeuren können im Frühstadium bis zu 90 Prozent der Patienten dauerhaft geheilt werden. Eine präventive Untersuchung nehmen allerdings lediglich 20 bis 25 Prozent der Berechtigten wahr. „Im Allgäu liegt diese Zahl leider noch niedriger“, betont Diepolder, „da ist auf jeden Fall Luft nach oben."

Mit einer Darmspiegelung etwa könne das Risiko für die Entstehung des Dickdarmkrebses deutlich gesenkt werden, so der Chefarzt für Gastroenterologie am Klinikum Kaufbeuren. Daher sei es wichtig, dass gerade die Risikogruppen regelmäßige Untersuchungen zur Früherkennung für Darmkrebs in Anspruch nehmen. „Ab 50 Jahren hat jeder Patient die Möglichkeit, sich testen zu lassen“, betont Diepolder. „In Absprache mit dem Hausarzt geht das auch früher – für Patienten, die etwa an einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung leiden oder im familiären Umfeld bereits Krebserkrankungen erfahren haben.“

Wenn die Erkrankung bereits vorliegt, ist das Krankheitsstadium für die Behandlung und Heilung entscheidend. "Diese Patienten werden dann in unserer Tumorkonferenz mit allen relevanten Fachdisziplinen vorgestellt", erklärt Professor Stefan Maier. Laut dem Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie kommen dabei regelmäßig  alle beteiligten Mediziner und Medizinerinnen bis hin zum Hausarzt zusammen und besprechen ihre Patienten. „Dieser Schritt ist wichtig, weil dabei das Behandlungskonzept erarbeitet und vorgestellt wird", erläutert Maier. So können laut dem stellvertretenden Leiter des Darmkrebszentrums Kaufbeuren auch diffizilere Fälle von allen Seiten betrachtet und diskutiert werden, damit am Ende immer ein von allen getragenes Behandlungskonzept erstellt werden kann. „Falls eine Operation erforderlich ist, kann diese häufig schonend mit der Schlüssellochtechnik durchgeführt werden“, ergänzt Maier.