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20.10.2020

Aus Arzt wird Notarzt: 42 Teilnehmer beim Allgäuer Notarzt-Kurs

Auf die regionale Notarztversorgung wird im Ostallgäu großen Wert gelegt. Auch die Ausbildung zum Notarzt erfährt eine große Nachfrage, wie ein Kurs zeigt, der aktuell von den Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren veranstaltet wird.

Auf dem Bild zu sehen sind neben den mehr als 40 Teilnehmern und den Veranstaltern des Kurses von links nach rechts: Herr Gunther Herold, Leiter Rettungsdienst des Kreisverbands OAL BRK; Herr Harald Flitta, Lehrrettungsassistent und Notfallsanitäter; Herr Meinrad Klein, Leiter „Fachzentren“ beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kaufbeuren; Herr Oberstleutnant Peter Gocht, stv. Kommandeur und stv. Standortältester am Fliegerhorst Kaufbeuren; Herr Stefan Bosse, Oberbürgermeister der Stadt Kaufbeuren

 

Unter höchsten Sicherheitsbedingungen entsprechend aktueller COVID-19-Maßnahmen veranstalten die Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren mittlerweile zum fünften Mal eine eigene notärztliche, von der Landesärztekammer anerkannte, Weiterbildung. Geleitet wird der achttägige Kurs von den Chefärzten der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Palliativmedizin PD Dr. Bernd Hartmann und Dr. Joachim Klasen.

„Ziel ist es, die deutschlandweit kritische Personalsituation bei Notärzten durch eigene regionale Ausbildungsmaßnahmen zu stabilisieren.“ so die Chefärzte. Dies ist in den vergangenen Kursen auch in außergewöhnlicher Weise gelungen, so dass insgesamt bereits knapp 200 Ärzte aus der Region qualifiziert wurden um die Notarztversorgung in der Region zu unterstützen.

Am diesjährigen, 80-stündigen Notarztkurs nahmen 42 Medizinerinnen und Mediziner, darunter viele junge Ärzte, teil. Der Lehrplan richtet sich nach Empfehlungen der Bundesärztekammer zur Ausbildung von Notfallmedizinern. Inhalte sind unter anderem Notfälle am Herzen, der Intensivtransport aber auch rechtlichen Grundlagen, Gefahrenerkennung, Psychopathologie und Krisenintervention. Wiederbelebungsmaßnahmen trainierten die Ärzte im Rahmen des Kurses beispielsweise an einer lebensechten Puppe.

"Für den Kurs konnten wieder hochkarätige Referenten mit entsprechender fachlicher Expertise gewonnen werden", sagen die Chefärzte Dr. Hartmann und Dr. Klasen. Neben zahlreichen Ärzten der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren brachten weitere regional und deutschlandweit renommierte Referenten, u.a. von den Universitätskliniken Augsburg und München ihre jeweilige Expertise zum Nutzen der Notarztausbildung ein.

Da es sich um eine Maßnahme zur Sicherung der regionalen notärztlichen Situation handelt, haben sowohl der Landkreis Ostallgäu als auch die Stadt Kaufbeuren, vertreten durch die Landrätin Maria Rita Zinnecker sowie den Oberbürgermeister Stefan Bosse, die Kurse in ideeller, aber auch finanzieller Hinsicht unterstützt. Der diesjährige Kurs fand wieder im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten („Grünes Zentrum“) in Kaufbeuren statt. Der Amtsleiter, Herr Dr. Paul Dosch, hatte nach Kontaktaufnahme durch die Organisatoren des Kurses sofort wieder seine Bereitschaft erklärt, die Räumlichkeiten für diesen Zweck zur Verfügung zu stellen. Der Kursorganisator, Herr Dr. med. Heiko Hübner, Oberarzt der  Anästhesieabteilung und Ärztlicher Leiter Rettungsdienst im Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Allgäu, zeigte sich mit den angebotenen Räumen hochzufrieden: „Wir finden hier für unseren Kurs optimale Bedingungen und eine sehr freundliche Aufnahme vor. Und die Hygienekonzepte lassen sich hier bei den zahlreichen praktischen Übungseinheiten hervorragend umsetzen.“

Weitere wichtige Kooperationspartner des Kurses waren das Bayerische Rote Kreuz, Kreisverband Ostallgäu (Geschäftsführer Herr Thomas Hoffmann), die Krankenpflegeschule der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren (Leitung Stefanie Kohler), der Fliegerhorst Kaufbeuren (Kommandeur Herr Oberstleutnant Martin Langner und stellvertretender Kommandeur Herr Oberstleutnant Gocht), die freiwillige Feuerwehr aus Kaufbeuren-Oberbeuren (Stadtbrandmeister und Kommandant Stefan Waldner) sowie die Flughafenfeuerwehr des Fliegerhorst Kaufbeuren (Brandmeister Lothar Schellack).

Auf dem Fliegerhorst in Kaufbeuren wurde am 19.10.2020 zum Abschluss des Notarzt-Kurses die von der Bayerischen Landesärztekammer zwingend vorgeschriebene Großübung zur Sichtung von verletzten Unfallopfern durchgeführt.

Nach der Bestätigung der Kursteilnahme für die angehenden Notärzte müssen diese noch insgesamt 50 notärztliche Einsätze unter Aufsicht eines erfahrenen Notarztes absolvieren, bevor sie sich zur Prüfung bei der jeweiligen Landesärztekammer anmelden können. Für 2021 ist der 6. Notarztkurs bereits festgelegt: vom 15. bis 18. April sowie vom 13. bis 16. Mai findet dieser statt – mehr Informationen gibt es auf der Seite www.notarztkurs-allgaeu.de bzw. im Flyer 6. Notarztkurs 2021.