In den drei Fachbereichen Allgemein- und Viszeralchirurgie sowie in der Gynäkologie und in der Orthopädie werden inzwischen die Hightech-Systeme Da Vinci XI und ROSA eingesetzt. Doch nicht die Technik allein macht den Unterschied, vielmehr führt das Zusammenspiel aus modernsten Systemen und kompetenten Operateuren zu besseren Ergebnissen für die Patientinnen und Patienten, stellen die beteiligten Chefärzte unisono heraus. Denn die Roboter treffen keine eigenständigen Entscheidungen, sind lediglich Werkzeuge in den Händen erfahrener Chirurginnen und Chirurgen, die dort eingesetzt werden, wo Patientinnen und Patienten nachweislich davon profitieren. Wie operiert wird, entscheidet immer das ärztliche Team – gemeinsam mit den Betroffenen. Für die Region bedeutet das: hochmoderne Medizin, für die früher der Weg in eine Universitätsklinik nötig gewesen wäre, heute direkt am Wohnort.
Seit zwei Jahren gehört das System Da Vinci XI in der Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie zum festen Bestandteil der chirurgischen Routine – von Operationen am Enddarm, Dickdarm und Magen über Eingriffe an Leber und Bauchspeicheldrüse bis hin zur Tumorchirurgie im engen Beckenraum. „Der Roboter ersetzt den Chirurgen nicht. Er erweitert unsere Möglichkeiten dort, wo höchste Präzision gefragt ist“, betont Professor Stefan Maier. Laut dem Chefarzt der Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie am Klinikum Kaufbeuren spielt diese Präzision gerade in der Tumorchirurgie eine entscheidende Rolle. Operationen am Enddarm, Dickdarm, Magen, an der Leber oder der Bauchspeicheldrüse gehören zu den anspruchsvollsten Eingriffen der Viszeralchirurgie. Am Klinikum Kaufbeuren stehen inzwischen drei speziell ausgebildete Konsolenchirurgen zur Verfügung. Neben Professor Maier sind dies die beiden leitenden Oberärzte Christoph Berghammer und Dr. Christina Schubert.
Auch die Gynäkologie operiert mit dem Da Vinci XI. „Mit den beweglichen Instrumenten können wir schwer zugängliche Regionen besonders genau erreichen und dadurch die Belastung für unsere Patientinnen minimieren“, erklärt PD Dr. Enikö Berkes. Laut der Chefärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe am Klinikum Kaufbeuren wird dadurch das gesunde Gewebe geschont und eine besonders präzise Präparation ermöglicht. „Für Patientinnen und Patienten bedeutet dies häufig kleinere Schnitte, weniger Schmerzen nach der Operation, geringeren Blutverlust und eine schnellere Mobilisation“, erklärt Berkes, „auch der Krankenhausaufenthalt verkürzt sich dadurch häufig spürbar.“ Besonders deutlich zeigen sich diese Vorteile bei Operationen im engen Beckenraum, beispielsweise bei aufwändigen Eingriffen wie Gebärmutter- und Myomentfernungen, der Behandlung von Senkungszuständen, onkologischen Operationen und der Entfernung von Endometriose. Neben Berkes gibt es in der Kaufbeurer Gynäkologie mit Dr. Christina Matsingou und Dr. Márton Fábián zwei weitere kompetente DaVinci-Operateure.
Im zertifizierten Endoprothetikzentrum kommt mit ROSA ein weiteres robotisches System zum Einsatz, das die Operateure des Bewegungszentrums Allgäu bei Kniegelenkersatz-Operationen unterstützt. ROSA liefert während des Eingriffs eine Vielzahl an Informationen und hilft somit, die individuell geplante Position der Knieprothese millimetergenau umzusetzen – angepasst an die natürliche Beinachse und die Bandspannung des einzelnen Patienten. „ROSA ist für uns kein Autopilot, sondern ein Präzisionsinstrument“, hebt Chefarzt PD Dr. Markus Bormann hervor, der zusammen mit Oberarzt Dr. Stefan Dellner mithilfe des OP-Roboters operiert. „Über viele Jahre galt bei der Knieprothese ein möglichst gerades Bein als ideales Ziel. Heute wissen wir: Das künstliche Gelenk soll sich möglichst an den Patienten anpassen – und nicht umgekehrt.“ Bormann bringt umfassende Erfahrung mit: Am Muskuloskelettalen Universitätszentrum München des LMU Klinikums hat er den Bereich der roboterassistierten Endoprothetik über Jahre geleitet. Die robotisch assistierte Knieendoprothetik fügt sich dabei in das Prinzip des Bewegungszentrums Allgäu ein, das eine wohnortnahe Versorgung für Patientinnen und Patienten mit modernster Medizin verbindet - aus einer Hand, von der Beratung und Prävention über die moderne Diagnostik bis zur Operation und anschließenden Rehabilitation. Bormann leitet das Bewegungszentrum gemeinsam mit seinem Füssener Kollegen, Chefarzt Dr. Steffen Vennemann.
Zusammen demonstrieren die beiden Orthopäden beim Tag der offenen Tür im Klinikum Kaufbeuren anhand einer Live-OPs am Modell, wie eine Knie- und eine Hüftprothese eingesetzt wird. Es gibt am Samstag, den 14. November 2026 darüber hinaus die Gelegenheit, sich selbst ein Bild von der robotischen Chirurgie zu machen: Interessierte können zwischen 12 und 17 Uhr selbst Hand an den Da Vinci XI legen und das Operationssystem unter Anleitung steuern. Wer mag, kann am Kunstknochen selbst operieren, im Reanimationstraining lebenswichtige Handgriffe üben oder bei der Altersanzug-Vorführung erleben, wie sich Alter anfühlt. Ein Programm voller Entdeckungen für die ganze Familie wartet außerdem mit Kinderschminken, Klinikclowns und einer Fotoecke mit Verkleidungen. Parkgebühren fallen an diesem Tag nicht an. Mehr INformationen zur Veranstaltung finden Sie unter kliniken-oal-kf.de/events