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10.10.2022

Trägerwechsel: Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren integrieren Neurologie

Zum 1. Januar 2023 soll die Klinik für Neurologie in Kaufbeuren unter der alleinigen Trägerschaft der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren weitergeführt werden. Bislang war die älteste Neurologie im Allgäu mit 44 vollstationären Betten Teil des Bezirkskrankenhauses Kaufbeuren, das den Bezirkskliniken Schwaben angehört.

Bislang Klinik innerhalb der Klinik: Die Neurologie wird 2023 in die Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren integriert. | © Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren
Bislang Klinik innerhalb der Klinik: Die Neurologie wird 2023 in die Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren integriert.

Bislang Klinik innerhalb der Klinik: Die Neurologie wird 2023 in die Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren integriert.

„Wir sind glücklich, dass mit der Neurologie eine Abteilung zu uns wechselt, die ohnehin schon sehr viele Schnittstellen mit unserem Haus in Kaufbeuren hat“, betont der Vorstand der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren, Andreas Kutschker. „Der Trägerwechsel ermöglicht es uns nun, gerade auf akute Ereignisse unkompliziert und unbürokratisch zu reagieren.“ Bis dato stellte laut Kutschker die Neurologie eine Klinik innerhalb der Klinik dar, die verwaltungstechnisch absolut autark agierte. „Durch die Umstrukturierung können wir nun etwa bei Personalengpässen aushelfen oder Schlaganfall-Patienten ohne Überweisung verlegen“, erklärt der Vorstand des Klinikverbunds. „Wir sind überzeugt, dass diese Lösung sowohl für das Personal als auch die betroffenen Patienten eine erhebliche Erleichterung ist.“

Auch der Verwaltungsratsvorsitzende der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren, Stefan Bosse, sieht die vielen Vorteile des Trägerwechsels: „Wir schaffen mit dieser Entscheidung bürokratische Hürden ab und helfen damit dem Personal, sich auf die bestmögliche Patientenversorgung zu konzentrieren“, führt der Oberbürgermeister der Stadt Kaufbeuren aus. Darüber hinaus ist für Bosse wichtig, dass dieser Wechsel keine negativen Auswirkungen auf die Beschäftigten habe. „Die Mitarbeitenden sollen durch die neue Trägerschaft nicht schlechter gestellt werden“, so Bosse weiter, „und es werden auch keine Stellen eingespart – im Gegenteil sind wir froh um alle neu gewonnenen Beschäftigten.“

Die Kaufbeurer Neurologie verfügt über eine zertifizierte regionale „Stroke Unit“, eine spezialisierte Schlaganfalleinheit, mit sechs Betten. Das Krankenhaus ist Stufe-2-Klinik im Schlaganfallnetzwerk NEVAS, das den südwestlichen Teil Bayerns betreut. Seit fast 60 Jahren betreibt der Bezirk Schwaben - seit 2008 durch sein selbstständiges Tochterunternehmen Bezirkskliniken Schwaben – die Einrichtung. Zunächst wurde die Neurologie auf dem Gelände des BKH untergebracht. Seit 2009 ist sie räumlich ins örtliche Klinikum integriert, um die Patientenversorgung zu verbessern.

Wie Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Martin Hecht erläutert, werden gemeinsam Patientinnen und Patienten behandelt, von denen viele unterschiedliche Beschwerden haben: „Eine Bandscheibenpatientin aus der Orthopädie hat einen neurologischen Abklärungsbedarf, und der Schlaganfallpatient leidet oftmals auch unter gefäßchirurgischen und kardiologischen Begleiterkrankungen“, nennt der Chefarzt Beispiele.

Die medizinische Zusammenarbeit sei stets sehr gut gelaufen, was aktuell immer noch der Fall sei. „Aber: Die zwei getrennten Trägerschaften erschweren uns und insbesondere unseren Mitarbeitenden die Arbeit in der alltäglichen Behandlung der Patientinnen und Patienten“, stellen der Vorstandsvorsitzende der Bezirkskliniken Schwaben, Stefan Brunhuber, sein Vertreter Wolfram Firnhaber und der Vorstand Krankenversorgung, Prof. Dr. Alkomiet Hasan, fest. So könnten aus Datenschutzgründen die Patientendaten nicht ohne weiteres weitergegeben werden. Im Notfallzentrum gebe es Herausforderungen in der Dokumentation. Und bei Personalausfällen könnten sich beide Träger nicht problemlos gegenseitig unterstützen – „auch wenn wir das alles noch so gerne und pragmatisch lösen wollen“. Unter den zu erwartenden rechtlichen und strukturellen Rahmenbedingungen, zum Beispiel beim Datenschutz und bei der fortschreitenden Digitalisierung, werde die Kooperation eher noch schwieriger, befürchtet das Vorstandstrio.