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09.12.2020

Das Klinikum Kaufbeuren baut das sportorthopädische Spektrum aus

Der bereits bestehende Schwerpunkt der Sportorthopädie am Klinikum Kaufbeuren wurde weiter ausgebaut. Den Patienten erwarten somit weitere schonende Eingriffe und modernste Methoden.

Dr. Dellner ist Oberarzt und Facharzt für orthopädische und Unfallchirurgie am Klinikum Kaufbeuren.
Der Schwerpunkt des Sportorthopädiespezialisten liegt zudem bei der Hüft-Arthroskopie.

 

„Im Vergleich zu klassischen OP-Methoden liegen die Vorteile von minimalinvasiven und arthroskopischen Eingriffen für den Patienten klar auf der Hand. Bei gleich hoher Qualität sprechen wir von kürzeren Heilungszeiten, oftmals weniger Schmerzen und einem schonenderen Verfahren – und das heimatnah in Kaufbeuren.“ bringt es Dr. Wolfgang Schnitzler, Chefarzt der Unfallchirurgie und orthopädischen Chirurgie am Klinikum Kaufbeuren auf den Punkt.

Im Team von Dr. Schnitzler arbeitet seit 2019 Dr. Stefan Dellner, Oberarzt und Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, der auf Sportorthopädie spezialisiert ist. Einer seiner Schwerpunkte ist die Hüft-Arthroskopie die er über viele Jahre in der Abteilung für Orthopädie und Sportorthopädie am Klinikum Rosenheim sowie auf Hospitationsreisen erlernen konnte.

„Schmerzhafte Bewegungseinschränkungen und Gelenkbeschwerden haben auch schon junge Leute, das kann nicht nur zu Einschränkungen beim Sport führen sondern auch den Alltag der Betroffenen zur Hölle machen.“ beschreibt Dr. Dellner. „Für eine Hüftprothese sind viele Patienten einfach zu jung. Generell versuchen wir erstmal eine Operation zu vermeiden und den Patienten vor allem individuell, kompetent und heimatnah zu beraten.“

Wie bei allen Eingriffen ist auch bei der Hüft-Arthroskopie der Erfolg von einer strengen Indikationsstellung abhängig. Ist der Hüftverschleiß zum Beispiel bereits zu weit fortgeschritten ist eine Hüft-Arthroskopie nicht mehr sinnvoll. „Gelingt es allerdings die Erkrankungen rechtzeitig zu erkennen, kann die Arthroskopie durchaus den Patienten die Schmerzen lindern, die Gelenkfunktion verbessern und Lebensqualität zurückgeben.“ berichtet Dr. Dellner. Ziel ist das natürliche Gelenk zu erhalten und Folgeeingriffe zu vermeiden bzw. den Gelenkersatz deutlich hinauszuzögern. Ist der prothetische Ersatz jedoch nicht mehr abwendbar, steht in Kaufbeuren am EndoProthetikZentrum alles zur Verfügung um auch hier die Patienten kompetent und individuell zu versorgen.

Dabei rät der Chefarzt die Indikationen für eine Hüft-Arthroskopie genau zu beobachten: „Dabei handelt es sich z. B. um Einklemmungserscheinungen, mechanische Probleme (Impingement), Knorpelschäden, Risse der Gelenklippe, Bandverletzungen, Schleimhauterkrankungen, freie Gelenkkörper oder auch Sehnenprobleme bzw. inneres Hüftschnappen, die auch bei bereits einliegender Hüftprothese vorkommen“.

Auch in solchen speziellen Fällen von Hüftschnappen bei bereits vorhandenen Prothesen kommen die Patienten sogar aus dem überregionalen Raum nach Kaufbeuren. So wie Frank Barz (48) aus Baden-Württemberg der in seiner Freizeit als Diplom-Sport- & Selbstverteidigungstrainer fast täglich im Trainingsraum arbeitet. „Vor 10 Jahren begann es plötzlich in der linken Hüfte zu zwicken und bei bestimmten Bewegungen schoss ein Schmerz durch meinen Körper.“ beschreibt der hauptberufliche IT-ler seine Krankheitsgeschichte. Aufgrund der bereits zu weit fortgeschrittenen Arthrose konnte bei Ihm kein gelenkerhaltender Eingriff durchgeführt werden und es war der Ersatz mittels Hüft-TEP notwendig.

„Über einen Bekannten habe ich von Dr. Schnitzler gehört und mir von ihm eine Zweitmeinung eingeholt. Ich habe mich bei ihm professionell behandelt gefühlt und lies in Kaufbeuren die HTEP-Operation erfolgreich durchführen.“ Vor drei Jahren erfuhr Herr Barz jedoch den nächsten Einschnitt: aufgrund von Leistenschmerzen wurde in seiner Heimat eine Leistenbruch-OP durchgeführt. „Danach hatte ich Schmerzen, die sich so massiv steigerten, dass ich teilweise mein linkes Bein nicht höher als 3cm anheben konnte. Letztes Jahr war es dann so schlimm, dass man mir empfahl, mein künstliches Hüftgelenk austauschen zu lassen.“

Er holte sich wieder eine Zweitmeinung von Dr. Schnitzler und Dr. Dellner ein. Das Ergebnis war eindeutig. „Eine Hüftspiegelung mit dem Trennen der Hüftbeugesehne war die einfache Lösung um mich von den Schmerzen zu befreien. Nun bin ich wieder und immer noch schmerzfrei mit meinem künstlichen Hüftgelenk. Ich gehe 3-4 Mal in der Woche ins Training, fühle mich in keinster Weise eingeschränkt und außerdem tanze ich wieder. Meine Familie und ich sind absolut sicher, dass wir im Falle eines Problems wieder die Fahrt von 2,5 Stunden nach Kaufbeuren auf uns nehmen werden.“

Die Fachärzte am Klinikum Kaufbeuren raten bei folgenden Symptomen rechtzeitig zum Facharzt oder in die Klinik zu kommen. „Zu Beginn gibt es häufig wiederkehrende Leistenschmerzen, die unter Belastung, oder auch beim Beugen und Drehen der Hüfte auftreten. Aber auch Gelenkblockierungen oder einschießende Schmerzen in die Leiste können erste Signale sein, die unbedingt abgeklärt werden sollten.“ beschreibt Dr. Dellner. „Was viele unterschätzen: dies kommt auch ohne einen vorherigen Unfall vor und passiert häufig auch jungen, sportlichen Patienten.“

 

Infokasten: Was ist eine Arthroskopie?
Eine Arthroskopie (von griechisch arthros = Gelenk, und skopein = schauen) ist eine minimalinvasive Behandlung von Gelenken über kleine Hautschnitte. Hierdurch wird das Gewebe geschont und die Schmerzen nach der OP sind häufig geringer. Die Darstellung des Gelenkes erfolgt über eine Kamera in Schlüssellochtechnik.