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16.07.2021

Nähmanufaktur unterstützt kleine Patienten

Die Behandlung von Erkrankungen des zentralen Nervensystems ist ein ausgewiesener Schwerpunkt der Kinder- und Jungendmedizin am Klinikum Kaufbeuren. Eine Kaufbeurer Nähmanufaktur stellt speziell genähte Gewichtssäckchen für eine neue Untersuchungsmethode her.

Die Kinderklinik Kaufbeuren freut sich über die selbstgenähten Gewichtssäckchen – von links nach rechts: Susanne Biglmaier und Renate Stallmann von bi.st; Chefarzt Prof. Dr. Markus Rauchenzauner, Evelin Beck Station Neuropädiatrie, Assistenzärztin Dr. Aline Kortas und Jutta Einsle Station Neuropädiatrie

„Wir sehen zunehmend junge Patienten, die wegen einem Zittern, also einem Tremor zu uns kommen. Unser Ziel ist es das Zittern genau zu klassifizieren und dabei die Ursachen der Erkrankung zu klären“, so der Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Kaufbeuren Prof. Dr. Markus Rauchenzauner. Dafür stehen interdisziplinäre Teams bestehend aus Neuropädiatern, Gesundheits- und Krankenpflegern, MTAs, Psychologen und Sozialpädagogen zur Verfügung. So werden umfassende Diagnostiken einschließlich spezieller Untersuchungen, aber auch erweiterte Therapieoptionen auf universitärem Niveau vor Ort in Kaufbeuren durchgeführt. Bei den zahlreichen diagnostischen Möglichkeiten arbeitet der Chefarzt auf Grundlage neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse. Unter anderem entwickelt er aktuell mit einem Kollegen aus Österreich eine neue Tremoranalyse speziell für Kinder und Jugendliche.

Bei dieser Methode werden unter anderem Muskelaktivitäten unter Ruhebedingungen, Ablenkung und unter leichter körperlicher Belastung gemessen. „Zur Belastung verwendet man bei Erwachsenen einheitliche Gewichte. Das Prinzip „One size fits all“ passt bei unserer Zielgruppe natürlich nicht. Eine 2-Jährige braucht ein anderes Gewicht als ein 17-Jähriger“, so Rauchenzauner. Über eine gemeinsame Verbindung kam der Kontakt mit Susanne Biglmaier und Renate Stallmann von der Kaufbeurer Nähmanufaktur bi.st zustande. Die beiden kreieren seit einigen Jahren überwiegend modische und zugleich praktische Capes für Rollstuhlfahrer*innen, die wasserabweisend, winddicht und vor allem schnell umzulegen sind. „Als wir von der neuen Untersuchungsmethode gehört haben, wussten wir, dass wir hier mit selbstgenähten Gewichtssäckchen etwas beitragen können“, so die beiden Näherinnen. Neben der Optik achteten sie zugleich auf hygienische Aspekte sowie die genaue Gewichtsabstufung und dass vor allem für Kleinkinder das Gewicht angenehm zu halten ist. Der Chefarzt und sein Team freuen sich über die gelungene Überraschung „Wir danken der Nähmanufaktur und sind begeistert von den für die Kinder idealen Gewichtssäckchen.“