OPs an der Bauchspeicheldrüse - nur was für Spezialisten

17.04.2018, Klinikum Kaufbeuren
„Ich fühlte mich in guten Händen“ - 80jährige Kaufbeurerin von Prof. Stefan Maier operiert. Ungewöhnlich schnelle Genesung.

Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) wiegt nur 40 bis 120 g und liegt ein wenig versteckt hinter dem Magen im Oberbauch. So klein das Organ auch ist, so groß ist seine Bedeutung  für die Verdauung und den Zuckerstoffwechsel. Denn die Bauchspeicheldrüse produziert wichtige Enzyme wie zum Beispiel Insulin und Glukagon. „Wenn dieses Organ nicht richtig funktioniert, kann es zu folgenschweren Erkrankungen und Komplikationen kommen,“ informiert Prof. Dr. med. Helmut Diepolder, Chefarzt der Gastroenterologie und Leiter des zertifizierten Darmkrebszentrums Kaufbeuren.

Gefürchtet ist vor allen Dingen der Bauchspeicheldrüsenkrebs. Da er sich meist erst sehr spät bemerkbar macht, zählt er trotz modernster Therapiemöglichkeiten zu den am schwierigsten zu behandelnden Krebsarten.  Operationen an der Bauchspeicheldrüse sind immer kompliziert und erfordern höchste ärztliche Kunst. „Sie gehören zu den größten Eingriffen der Chirurgie und sollten ausschließlich an spezialisierten Zentren durchgeführt werden.“, fordert deshalb Prof. Dr. Stefan Maier, Chefarzt der Allgemein-, Viszeral, Thorax- und Gefäßchirurgie am Klinikum Kaufbeuren. Denn selbst bei bester OP-Technik könnten Probleme auftreten. Umso wichtiger seien die Erfahrung des Operateurs und die Infrastruktur einer Klinik. Gemeint ist damit ein funktionales interdisziplinäres Netzwerk mit hoher Kompetenz aller Beteiligten, insbesondere Gastroenterologie, Viszeralchirurgie, Pathologie, Strahlentherapie, Radiologie und Onkologie, die jeden einzelnen Patienten in sog. Tumorkonferenzen besprechen und individuelle Behandlungspläne festlegen.

Mit knapp 80 Jahren musste sich auch die Kaufbeurerin Franziska Blümel einer komplizierten Bauchspeicheldrüsen-Operation im Klinikum Kaufbeuren unterziehen.  Der behandelnde Arzt, Dr. Christian Straßer, niedergelassener Gastroenterologe und enger Kooperationspartner des Klinikums Kaufbeuren erinnert sich: „Im Rahmen einer Routineuntersuchung hatten sich im Ultraschall unklare zystische Veränderungen in der Bauchspeicheldrüse gezeigt.“  Die daraufhin veranlasste CT-Untersuchung bestätigte das Untersuchungsergebnis und gab Anlass zu schlimmen Befürchtungen. Verdacht auf Krebs. „Ich war völlig unter Schock!“, erzählt die Seniorin. Auch weitere Voruntersuchungen im Klinikum Kaufbeuren ergaben den gleichen Befund, sodass unter Abwägung aller Vor- und Nachteile und im intensiven interdisziplinären Austausch der Patienten die Operation vorgeschlagen worden war. „Prof. Maier ist nicht nur ein hervorragender Arzt, er ist auch menschlich einfach einmalig – ich fühlte mich sofort in guten Händen“, schwärmt Blümel. Sie hatte sofort Vertrauen gefasst und entschied  sich nach ausführlichen Gesprächen für den Eingriff.

„In einer fast fünfstündigen Operation wurden der sog. Pankreas-Schwanz, die komplette Milz und ein Teil der Leber entfernt.“, erläutert Maier.  Zum Glück habe sich mithilfe des Schnellschnitts, der noch während der laufenden Operation vom Pathologen untersucht wird, der Verdacht auf ein bösartiges Geschehen nicht bestätigt. Franziska Blümel hatte Glück im Unglück: Es handelte sich um ein sog. Adenom, eine gutartige Geschwulst. Operateur Maier erinnert sich genau: „Es war ein wirklich schwieriger und sehr komplexer Eingriff.“ Umso erstaunter war das gesamte Behandlungsteam, wie rasant sich die rüstige Kaufbeurerin von der Operation erholte.

Patientin Blümel verbrachte nur wenige Tage auf der Intensivstation. Sie erholte sich so schnell und gut, dass sie nach nur 12 Tagen in die Anschlussheilbehandlung entlassen werden konnte. In der Zwischenzeit wurden in Kaufbeuren rund 100 ähnliche eingriffe mit ebenso hervorragenden Ergebnissen durchgeführt.

Für die schnelle Rekonvaleszenz macht Maier eine Spezialtechnik , wie sie selten, aber im Klinikum Kaufbeuren angewendet wird, verantwortlich: „Um zu verhindern, dass der aggressive Bauchspeicheldrüsensaft, der normalerweise zur Verdauung in den Dünndarm fließt, in die Bauchhöhle gelangt und sich dort eventuell entzündet, legen wir eine kleine Drainage, die für einige Tage diesen aggressiven Verdauungssaft nach außen ableitet und so auch die Nahtverbindung im Körper besser ausheilen kann“, erklärt Maier.

Heute, ziemlich genau vier Jahre später, sieht Franziska Blümel blendend aus: „Mir geht es sehr gut!“, bestätigt die rüstige Seniorin. „Ich habe keinerlei Beschwerden mehr“. Für ihren Operateur Prof. Maier ist die Kaufbeurerin voll des Lobs: „Ich kann nur Gutes von ihm sagen. Für mich steht er als Mensch und als Arzt ganz oben!“ Sie ist überzeugt: Seine fürsorgliche Art in der für sie so schweren Zeit sei mitausschlaggebend gewesen für ihren sagenhaft schnellen und guten Heilungsprozess.

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