Wenn das Herz schlapp macht

05.04.2018, Haus St. Josef Buchloe
Seit vielen Jahren implantiert Dr. Sascha Chmiel spezielle Herzschrittmacher zur Resynchronisationstherapie bei ausgeprägter Herzschwäche

Atemnot beim Treppensteigen oder bei anderen körperlichen Belastungen, Wassereinlagerungen, z. B. in der Lunge oder den Beinen mit vermehrtem Wasserlassen in der Nacht, verminderte Leistungsfähigkeit, Müdigkeit und Appetitlosigkeit und vielleicht sogar Herzrhythmusstörungen – all das sind Symptome, die Hinweis auf eine Herzschwäche geben.  Allein in Deutschland leiden rund 1,8 Millionen Menschen an einer sog. Herzinsuffizienz. Ursachen der Herzschwäche können sein: z. B. ein vorausgegangener Herzinfarkt, Bluthochdruck, Herzklappenerkrankungen, Herzmuskelentzündungen, angeborene Herzfehler, Alkoholmissbrauch, Herzrhythmusstörungen oder auch eine Überfunktion der Schilddrüse. Durch entsprechende medikamentöse Behandlungsmaßnahmen und Beseitigung der Ursachen ist eine Herzinsuffizienz in der Regel gut behandelbar.

Nun gibt es jedoch Patienten, die trotz optimaler Herzmedikation und aller anderer Behandlungsmaßnahmen immer noch Beschwerden haben. „Bei vielen Patienten führt die Herzschwäche auch zu einer erheblichen Störung der elektrischen Erregungsausbreitung im Herzen“, informiert Dr. Sascha Chmiel, Chefarzt der Kardiologie in der Klinik St. Josef in Buchloe. Bei diesen Patienten arbeiten die rechte und linke Herzkammer nicht mehr optimal aufeinander abgestimmt, sondern ziehen sich zeitversetzt zusammen.  „Hierdurch kann die Pumpkraft des Herzens stark abnehmen.“, so Herzspezialist Chmiel.  Die Leitungsverzögerung sei im EKG deutlich sichtbar. „Für diese schwer herzkranken Patienten kommt eine sog. Resynchronisationstherapie in Frage“ erläutert Chmiel. „Mithilfe eines speziellen Schrittmachers, der beide Herzkammern gleichzeitig stimuliert, kann eine Harmonisierung sprich Resynchronisation  erreicht werden“,  erklärt Chmiel. Die Herzkammern ziehen sich wieder gleichzeitig zusammen, sodass die Herzpumpkraft und damit die Herzleistung insgesamt deutlich verbessert werden kann. Allerdings betont Chmiel: „Voraussetzung ist, dass wirklich alle anderen Ursachen für die Herzschwäche beseitigt sind und das EKG eindeutige Hinweise für die Desynchronisation liefert!“ Das heißt, der Patient ist unter Umständen bereits mit einem herkömmlichen Herzschrittmacher versorgt, seine Medikamente sind optimal eingestellt und die einwandfreie Durchblutung des Herzens ist gewährleistet.  Sind alle Voraussetzungen gegeben, so kann der ca. zweistündige Eingriff unter örtlicher Betäubung in der Klinik St. Josef durchgeführt werden.  „Unter Röntgenbestrahlung wird dieser spezielle Herzschrittmacher unterhalb des Schlüsselbeins eingesetzt und die Verbindung zum Herzen über drei Elektroden hergestellt.“, erklärt Chmiel. Während bei einemherkömmlichen Herzschrittmacher nur zwei Elektroden eingesetzt werden, sorgt bei diesem Schrittmacher die dritte Elektrode für die Stimulation der linken Herzkammer. Dies gewährleistet eine gleichzeitige Aktivierung aller Herzmuskelabschnitte. „Nach ein bis zwei Tagen stationärem Aufenthalt, kann der Patient die Klinik wieder verlassen“, informiert Chmiel. Danach gelte es, den betreffenden Arm für etwa drei Wochen zu schonen. Alle drei Monate  sollte eine kardiologische Kontrolle stattfinden. Seit rund 10 Jahren schon wendet Herzspezialist Chmiel die Resynchronisationstherapie bei seinen dafür infrage kommenden Patienten an. Seine Erfahrung: „Wenn trotz leitliniengerechter Behandlung aller Ursachen und Symptome scheinbar nichts mehr hilft, kann mit der Resynchronisationstherapie häufig eine deutliche Verbesserung der Beschwerden erreicht werden.“ 

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