Vorhofflimmern und Schlaganfallrisiko

28.03.2018, Klinikum Kaufbeuren
Zertifizierter Spezialist Dr. Markus Riedl implantiert erfolgreich Herzohr-Schirmchen zum Schutz vor Schlaganfall

Rund 20 Prozent aller Schlaganfälle sind auf Vorhofflimmern zurückzuführen. Viele Menschen, man geht von rund 10 Prozent aller Senioren über 65 Jahren aus, leiden an dieser Herzrhythmusstörung. Oftmals sogar unbemerkt. In aller Regel ist Vorhofflimmern mit Medikamenten gut behandelbar. Da sich bei dieser Erkrankung jedoch die Herzvorhöfe  nicht richtig zusammenziehen, nimmt die Fließgeschwindigkeit des Blutes ab und es können sich Blutgerinnsel bilden, bevorzugt in einer Zipfelmützen-förmigen Verlängerung des linken Herzvorhofs, dem sog. Vorhofohr. Wenn diese Blutgerinnsel abgeschwemmt werden, kann es zum gefürchteten Schlaganfall mit anschließenden oft schweren, lebenslangen Behinderungen kommen.

Im Klinikum Kaufbeuren wird seit vielen Jahren ein spezielles Verfahren angewendet, das Patienten wirksam vor einem Schlaganfall schützt. „In unserem Herzzentrum implantieren wir via Herzkatheter in einem rund ein bis zweistündigen Eingriff ein kleines Schirmchen, welches das Vorhofohr völlig verschließt, so dass sich dort keine Blutgerinnsel mehr bilden können“, erklärt Dr. Markus Riedl, Kardiologe und ltd. Oberarzt am Herzzentrum Ostallgäu-Kaufbeuren.  Denn ähnlich wie der Blinddarm für den Darm habe das Vorhofohr keine Funktion für die Tätigkeit des Herzens.  „In einem darauffolgenden körpereigenen Prozess wird das Schirmchen mit eigenem Gewebe überzogen“, erläutert Spezialist Riedl und offiziell ermächtigter Proktor (Ausbilder) für interventionelle Kardiologen, die diese Methode erlernen wollen. Denn: Nur für dieses Verfahren zertifizierte Kardiologen sollten diesen Eingriff, der viel Können und Fingerspitzengefühl erfordert, durchführen.  

Wer kommt dafür infrage

Patienten, bei denen das Vorhofflimmern bekannt ist, müssen in der Regel lebenslang blutverdünnende Medikamente wie beispielsweise Marcumar einnehmen, um die Bildung von Blutgerinnseln zu verhindern.  Doch nicht jeder verträgt diese Medikamente. „Für Patienten, die eine Blutungsneigung haben und schon einmal Magen- oder Darmblutungen hatten, oder Menschen, die in Berufen mit hoher Verletzungs- und Blutungsgefahr wie beispielsweise Schreiner tätig sind, können blutverdünnende Medikamente sogar gefährlich sein“, erklärt Riedl. „Für diese Patienten stellt das Schirmchenverfahren eine hervorragende Alternative dar und schützt wirksam vor Schlaganfällen“, so der zeritifzierte Kardiologe. Als eines der ersten Zentren in ganz Süddeutschland hatte das Herzzentrum Ostallgäu-Kaufbeuren unter Leitung von Chefarzt PD Dr. Koller dieses Verfahren schon vor etwa sieben Jahren etabliert. Seither führt Herzspezialist Riedl den sog. Vorhofohrverschluss erfolgreich und zum Wohle seiner Patienten regelmäßig am Klinikum Kaufbeuren durch.

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