Mit freundlicher Genehmigung der Allgäuer Zeitung
Kaufbeuren / Buchloe (az) | 17.08.2010
Neue Doppelspitze führt ab sofort die Kliniken
Chefwechsel - Verwaltungsrat feuert Dr. Susanne Schlichtner und bestellt
Ludwig Lederle und Dr. Joachim Klasen zu neuen Vorständen
Auf Führungskräfte, die den Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren
bereits verbunden sind, setzt ab sofort der Verwaltungsrat. In seiner
gestrigen Eilsitzung feuerte er wie erwartet Vorstand Dr. Susanne Schlichtner,
die diese Aufgabe vor genau einem Jahr in alleiniger Verantwortung übernommen
hatte. Zu ihren Nachfolgern bestellten die 14 anwesenden Mandatsträger
aus dem Landkreis und der Stadt Ludwig Lederle als Vorstandsvorsitzenden
und Dr. Joachim Klasen als Vorstand. Damit sitzt erstmals ein Mediziner
in der Geschäftsleitung des Kommunalunternehmens.
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Zu den Gründen
für den Rauswurf von Schlichtner wollte Verwaltungsratsvorsitzender
Stefan Bosse nichts sagen. Sie selbst meldete sich gestern morgen
krank und nahm an der Sitzung nicht teil. Bosse und sein Stellvertreter
Landrat Johann Fleschhut streben eine einvernehmliche Trennung
an. Falls diese in den nächsten Monaten nicht zustande
komme, werde man sich wohl vor Gericht wiedersehen, sagte Bosse.
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Er machte deutlich, dass auch gestern noch kein Jahresabschluss für
2009 vorlag. Die ihm am Wochenende übermittelten Daten seien so
nicht zu akzeptieren
Aufgabe des neuen Vorstands sei es nun, Transparenz und Klarheit herzustellen
sowie die fleißigen und loyalen Mitarbeiter wieder zu motivieren.
Zur nächsten Verwaltungsratssitzung soll der Jahresabschluss 2009
vorliegen. Wann diese stattfindet, ist aber noch variabel. Derzeit wird
der 22. September anvisiert.
Das Aufsichtsgremium hält zudem an der Ausschreibung eines Sanierungsgutachtens
fest, das in enger Zusammenarbeit mit dem neuen Vorstand entstehen soll.
Bis dahin soll vor allem das Miteinander in dem Unternehmen mit fünf
Standorten in Kaufbeuren, Füssen, Marktoberdorf, Obergünzburg
und Buchloe gestärkt werden. Die bereits begonnene Zentrenbildung
solle mit hohem Engagement weiterlaufen.
Als großen Schwachpunkt bezeichnete Bosse das Finanz- und Rechnungswesen.
«Wir können unserer Aufsichtspflicht nicht nachkommen, wenn
wir dafür nötige Daten nicht bekommen.»
Zudem werde ein medizinisches Gesamtkonzept benötigt, um das Unternehmen
wieder auf Kurs zu bringen, das derzeit ein «Sanierungsfall»
sei, so Bosse. Dennoch sei eine Beteiligung Dritter «für
uns kein Thema». «Wir bleiben in der öffentlichen Trägerschaft»,
betonte auch Fleschhut.
Die Botschaft nach außen laute, «wir wollen die hervorragende
medizinische Versorgung weiter aufrecht erhalten und steuern strategisch
nicht um», sagte Bosse. Fleschhut ergänzte: «Wir sind
medizinisch und personell auf Kurs.» Das Wirtschaftliche müsse
nun in Ergänzung dazu angegangen werden. An den fünf Standorten
werde jedoch festgehalten.
Ob es weitere personelle Veränderungen im Unternehmen geben wird,
blieb offen. Bosse sagte, dass dies nun der neu berufene Vorstand bewerten
müsse. Dieser jedenfalls habe kein Verfallsdatum und soll Ruhe
und Beständigkeit ins Unternehmen bringen.
Pressekontakt:
Roswitha Martin-Wiedemann
Public Relations
Kliniken Ostallgäu - Kaufbeuren
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