Vorstände bayerischer Großkrankenhäuser tagen in Kaufbeuren

15.06.2017, Klinikum Kaufbeuren
Die Vorstände und Geschäftsführer der 38 Schwerpunkt- und Maximalversorger in Bayern treffen sich zusammen mit der Bayerischen Krankenhausgesellschaft regelmäßig zu Arbeitstagungen, um aktuelle Krankenhausthemen zu diskutieren und einen kontinuierlichen Erfahrungsaustausch zu pflegen.

Erstmals fand diese hochrangige Tagung im Klinikum Kaufbeuren statt. Schwerpunkte der Tagung bildeten die neuen Herausforderungen, die sich aus der Reform des Krankenhausstrukturgesetzes für Kliniken ergeben. Hochkarätige externe Referentin der Veranstaltung war Dr. Regina Klakow-Franck, Unparteiisches Mitglied im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), der derzeit unter anderem die neuen Gesetzesvorgaben zur Qualitätssicherung in Krankenhäusern ausarbeitet und festlegt.

Unzählige Gesundheitsreformen machen seit vielen Jahren den Krankenhäusern schwer zu schaffen. Längst ist es ein offenes Geheimnis, dass von der Bundespolitik durch Neuschaffung vielfältiger Reglements unter anderem die Absicht verfolgt wird, die deutsche Krankenhauslandschaft auszudünnen. Viele Krankenhäuser sind mittlerweile in eine finanzielle Schieflage geraten, manchen blieb gar nur die Schließung. Von den inzwischen nur noch insgesamt 350 Krankenhäusern im Freistaat schrieb 2016 fast jedes zweite Krankenhaus rote Zahlen. Die mit der Krankenhausstrukturreform des letzten Jahres angekündigte wirtschaftliche Entlastung komme bislang bei den Krankenhäusern leider nicht an, beklagt deshalb BKG-Geschäftsführer Siegfried Hasenbein. Im Gegenteil. Die vielfältigen Gesetzesvorgaben zur Qualitätssicherung bringen einen weiteren erheblichen Verwaltungs- und Dokumentationsaufwand mit sich und werden weitere Kliniken auf der Strecke lassen.

Umso wichtiger sind die BKG-Tagungen, bei denen sich die Vorstände und Geschäftsführer intensiv austauschen können. Kaum ein Klinikvorstand lässt sich deshalb diesen Termin entgehen. Denn was früher hauptsächlich dazu genutzt wurde, um betriebswirtschaftliche Vergleiche (Benchmark) anzustellen, hat sich mittlerweile längst zu einer bedeutsamen gesundheitspolitischen Informationsplattform entwickelt, auf der neben dem allgemeinen Erfahrungsaustausch und Zahlenvergleich wichtige strategische und gesundheitspolitische Themen vorgestellt, besprochen und diskutiert werden. Nicht zuletzt auch, um eine gemeinsame Basis zur Durchsetzung besserer Rahmenbedingungen für Krankenhäuser zu schaffen. Und so konnte Bürgermeister Ernst Holy 32 Vertreter der insgesamt 38 bayerischen Groß- und Schwerpunktkrankenhäuser in der Wertachstadt willkommen heißen. Als langjähriges Verwaltungsratsmitglied kennt Holy natürlich die besonderen Herausforderungen, vor die Kliniken seit vielen Jahren gestellt sind. In einem kurzen Abriss informierte er über die Entwicklungen des Klinikverbundes Ostallgäu-Kaufbeuren und die schmerzhaften Strukturveränderungen der letzten Jahre.

Nach einem sehr angefüllten und anstrengenden ersten Sitzungstag im Klinikum Kaufbeuren begrüßten die Teilnehmer das kleine Rahmenprogramm mit gutem Essen und mittelalterlicher Nachtwächterführung durch Toni Heider, als gelungenen Ausklang vor einem weiteren intensiven Arbeitstag in kollegialer Runde.  

 

Gemeinsamer Bundesausschuss

Der Gemein­same Bundes­aus­schuss (G-BA) ist das oberste Beschluss­g­re­mium der gemein­samen Selbst­ver­wal­tung der Ärzte, Zahn­ärzte, Psycho­the­ra­peuten, Kran­ken­häuser und Kran­ken­kassen in Deut­sch­land. Er bestimmt in Form von Richt­li­nien den Leis­tungs­ka­talog der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung (GKV) für mehr als 70 Millionen Versi­cherte und legt damit fest, welche Leis­tungen der medi­zi­ni­schen Versor­gung von der GKV erstattet werden. Darüber hinaus besch­ließt der G-BA Maßnahmen der Quali­täts­si­che­rung für den ambu­lanten und statio­nären Bereich des Gesund­heits­we­sens.
Für seine Aufgabe, neue Versor­gungs­formen und Versor­gungs­for­schung­s­pro­jekte zu fördern, wurde beim G-BA ein Innovationsausschuss einge­richtet.

 

Bayerische Krankenhausgesellschaft

Die Bayerische Krankenhausgesellschaft (BKG) ist der Zusammenschluss von über 340 Krankenhäusern in Bayern mit insgesamt knapp 80.000 Betten. Rund 2,7 Millionen Patienten werden jährlich in den bayerischen Krankenhäusern umfassend stationär behandelt. Die bayerischen Krankenhäuser erbringen hierfür das gesamte Leistungsspektrum der medizinischen und pflegerischen Versorgung. Die Einrichtungen sind zugleich einer der bedeutendsten Arbeitgeber Bayerns. Über 160.000 Menschen der verschiedensten Berufe beziehen ihr Einkommen von den in der BKG zusammengeschlossenen Krankenhäusern.

 

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