"Angst macht erst richtig krank!"

13.04.2017, Klinikum Kaufbeuren
Patient nach schwerer Lungenkrebs-Operation im Klinikum Kaufbeuren auf dem Weg zur Heilung

Der Mut zu einer sehr großen und  nicht ganz ungefährlichen Operation rettete  Herbert Brod vermutlich das Leben. Bei dem 72jährigen Ostallgäuer war ein 12cm großer Lungentumor festgestellt worden, der schon ein Stück ins Herz gewachsen war. Operateur Prof. Stefan Maier erläutert: „Herr Brod hatte großes Glück, dass der Tumor an einer Stelle aufgehört hat, wo man ihn gerade noch komplett entfernen konnte.“, so der Chefarzt der Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie am Klinikum Kaufbeuren. Nun, nach gerade einmal vier Monaten, ist von der mehr als 40 cm langen Narbe kaum noch was zu sehen. Nur die Atemnot ist noch vorhanden.  Immerhin wurde der rechte Lungenflügel komplett entfernt. Auch ein Stück vom linken Vorhof des Herzens musste abgetragen werden. Dazu der ehemalige Universitätsmediziner: „Durch die Operation, bei der wir den sehr großen Tumor komplett im Gesunden entfernen konnten, hat Herr Brod eine sehr gute Chance auf Heilung“, bestärkt Maier die auffallend positive Haltung seines Patienten.

45 Jahre lang hat Brod stark geraucht. In seinen besten Zeiten bis zu vier Schachteln täglich. Im Jahr 2000 hörte er spontan von einem Tag auf den anderen auf.  Doch eines ist ihm jetzt klar: „Der Körper verzeiht es nicht“, davon ist Herbert Brod absolut überzeugt. Obwohl er seit 17 Jahren Nichtraucher ist und sich seine Lunge sicherlich regeneriert hat, erhielt er Ende des vergangenen Jahres die Diagnose Lungenkrebs. Ohne Vorwarnung.  Ohne die typischen Anzeichen wie Nachtschweiß, Husten, Gewichtsverlust oder Fieber. „Ich aß wie jeden Tag zu Mittag bei meinem ehemaligen Arbeitgeber in der Kantine“, erinnert sich der pensionierte Maschinenführer. Dann sei ihm plötzlich schummrig geworden und er sei vornüber gekippt. Um die Ursache der plötzlichen Bewusstlosigkeit abzuklären, hatte der Notarzt den bis dahin scheinbar völlig gesunden Patienten ins Klinikum Kaufbeuren eingewiesen. Dort war ein massiver Erguss unterhalb des rechten Lungenflügels festgestellt worden, der die rechte Lungenhälfte regelrecht nach oben zusammendrückte. Durch die unzureichende Belüftung der Lunge und den dadurch entstehenden Sauerstoffmangel war Brod bewusstlos geworden. Damit die Gewebeflüssigkeit abfließen konnte, wurde zunächst eine Drainage gelegt. Weitere Untersuchungen zeigten dann schließlich diesen ungewöhnlich großen Tumor in der Lunge, sehr nah am Herzen.  

„Bei einem solchen Befund ist eine Operation immer eine sehr risikobehaftete Angelegenheit“, so Lungenkrebs-Spezialist Maier. Es könne zu nur schwer stillbaren Blutungen kommen. Da gehe es um Millimeter, erläutert  der erfahrene Thoraxchirurg. Auf der anderen Seite sei eine Operation die einzige Chance auf Heilung. All dies erklärte Maier seinem Patienten in einem langen und ausführlichen Gespräch. „Ehrlich gesagt habe ich das Ganze eigentlich recht locker aufgenommen“, erinnert sich Brod.  Trotz der hohen Risiken habe er sich sofort für die Operation entschieden und sei ohne Ängste in die Operation gegangen: „Ich hatte vollstes Vertrauen in Prof. Maier. Er war mir auch von meinem Hausarzt als Koryphäe auf seinem Gebiet empfohlen worden.“, erzählt Brod. „Ich fühlte mich in besten Händen“, ergänzt der Aitranger. „Und mal ganz ehrlich: Ich hatte über 70 Jahre ein schönes Leben, bin viel gereist. Wenn die Uhr abgelaufen ist, ist sie abgelaufen“, so Brod auch im Nachhinein bemerkenswert gelassen.  Doch sein Mut, sein Vertrauen, seine Entschlossenheit und nicht zuletzt seine positive Einstellung wurden belohnt.

„Die Operation war völlig komplikationslos verlaufen“, so Maier bescheiden. Doch dass dem so ist und es seinem Patienten heute so gut geht, ist natürlich vor allen Dingen seiner langjährigen Erfahrung und seiner hohen Kunst als exzellenter Operateur zuzuschreiben.

Die ersten vier Tage nach der OP verbrachte Brod zur Überwachung auf der Intensivstation. Nach nur weiteren 11 Tagen auf Normalstation wurde Brod bereits nachhause entlassen, rechtzeitig, um mit seinen Lieben seinen Geburtstag zu feiern. Nach einer Woche zuhause ging es dann für drei Wochen auf die Reha, bevor mit der Bestrahlungstherapie begonnen wurde. Auch die hat Brod bis auf ein klein wenig Müdigkeit ohne Nebenwirkungen überstanden. Er ist sicher: „Es kommt immer auf die Einstellung an!“ Und Brod scheint sich tatsächlich durch nichts aus der Ruhe bringen zu lassen.  Auch wenn jetzt alles ein bisschen langsamer gehe: „100m-Lauf kann ich keinen mehr machen!“, scherzt Brod. Durch die derzeit noch ziemlich ausgeprägte  Kurzatmigkeit kann er nur kurze Strecken zurücklegen. Aber Brod ist durch und durch zuversichtlich: „Ich sehe den Nachsorgeuntersuchungen gelassen entgegen“, so Brod. Für den April ist die nächste Reise geplant. „Ich nehme es, wie es kommt!, versichert der rüstige Rentner glaubhaft. Denn eines sei gewiss: „Angst macht erst richtig krank!“

 

 

Stabsstelle für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Roswitha Martin-Wiedemann
Abteilung
Public Relations
Kontakt
Telefon 08341 42-3050
E-Mail schreiben
Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren
Dr.-Gutermann-Straße 2
87600 Kaufbeuren
Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren