Gefäßmedizin an der Klinik Füssen

31.03.2017, Klinik Füssen
Kleiner Eingriff – große Wirkung! Katheterbehandlung am Herzzentrum Füssen ermöglicht Gehen ohne Schmerzen

Glück im Unglück hatte die Füssenerin Edeltraud Neuber. Massive Durchblutungsstörungen in den Hauptversorgungsästen beider Beine hätten über kurz oder lang zur Amputation geführt. Weil eine Operation an dieser Stelle zu risikobehaftet gewesen wäre, wurden die fast völlig von Kalk verschlossenen Gefäße mittels Kathetereingriff vom Gefäßspezialisten der Klinik Füssen, Dr. Dritan Keta, wiedereröffnet. Die dabei implantierten Stents halten nun die Arterien für eine gute Blut- und Sauerstoffversorgung der Beine offen. Neuber ist überglücklich über die wiedergewonnene Lebensqualität.

Zuletzt konnte die aktive 71jährige vor Schmerzen kaum noch laufen. Sogar in Ruhe hatte sie starke Schmerzen. „Am Anfang dachte ich, ich hätte Ischias“, so die ehemalige Zahntechnikerin. Eine CT-Untersuchung der Wirbelsäule blieb ohne weitgehenden Befund und die verordnete Krankengymnastik brachte keine Linderung. Im Gegenteil. Die Schmerzen wurden immer stärker und die Laufstrecke, die Neuber einigermaßen schmerzfrei zurücklegen konnte, wurde immer kürzer. Erst die Geschichte einer Freundin, der zur Beseitigung von Durchblutungsstörungen ein Stent in die  Wade implantiert worden war, brachte die Füssenerin auf die Idee, dass es sich auch bei ihr um Durchblutungsstörungen handeln könnte. Schließlich hatte Neuber schon drei Herzinfarkte gehabt. Die Vermutung, dass Gefäße auch im übrigen Körper verkalkt sein könnten, lag also nahe. „Frau Neuber leidet an einer schweren Form von genetisch bedingter Arteriosklerose“, informiert Dr. Dritan Keta, Kardiologe und Gefäßspezialist in der Klinik Füssen. „Das ist eine Gefäßverkalkung, die potentiell jedes Gefäß im Körper betreffen kann“, erklärt der leitende Oberarzt. Eine systemische Erkrankung, die bei Neuber ungewöhnlich früh und in einer sehr aggressiven Weise aufgetreten war. Bereits mit nur 41 Jahren hatte Neuber ihren ersten von insgesamt drei Herzinfarkten erlitten.

Dass man bei Schmerzen im Bein zunächst immer erst einmal an eine sehr häufig vorkommende Ursache, nämlich eine Ischiasreizung denke, sei verständlich. Doch rät Keta, immer alle möglichen Ursachen in Betracht zu ziehen und abzuklären, insbesondere, wenn es sich um Risikopatienten handle. Dazu zählten Diabetiker, Bluthochdruckpatienten, Raucher und Patienten, die schon andere Gefäßerkrankungen hatten, wie beispielsweise Schlaganfall oder Herzinfarkt. Eine sog. ABI-Untersuchung gibt schnell Aufschluss, ob es sich um gefährliche Durchblutungsstörungen handle. „Das ist eine spezielle Form des Blutdruckmessens an Arm und Knöchel, die in der hausärztlichen Praxis durchgeführt wird“, erklärt Keta. Bei Neuber seien die Ergebnisse dieser Messung höchst alarmierend gewesen, erinnert sich Keta. Die weiteren Untersuchungen bestätigten diese Ergebnisse und zeigten höchstgradige Stenosen (Engstellen)der beiden Beinarterien kurz unterhalb der Bifurkation, also dort, wo sich die Bauchschlagader in zwei  große Gefäße teilt, um die Beine mit frischem Blut und Sauerstoff zu versorgen.

„Da eine Operation an dieser Stelle mit hohem Risiko verbunden gewesen wäre, kam eigentlich nur eine Katheterbehandlung infrage“, erläutert der erfahrene Gefäßspezialist, der schon seit vielen Jahren gefäßkranke Patienten erfolgreich minimalinvasiv behandelt. „Um für Frau Neuber das Risiko und den Stress so gering wie möglich zu halten, wurde in beiden Gefäßen gleichzeitig mittels Katheter unter Röntgenbestrahlung und Kontrastmittelgabe der Kalk beiseitegeschoben und je ein Stent implantiert“, erläutert Keta.  Dank der guten Teamarbeit im Herzkatheterlabor war nach nur einer halben Stunde war alles vorbei. Die Blutversorgung beider Beine war wieder hergestellt. Nach kurzem stationärem Aufenthalt konnte Neuber die Klinik Füssen auf eigenen Beinen und ohne Schmerzen wieder verlassen.

Die Füssenerin ist überglücklich. „Ich kann gar nicht ausdrücken, wie froh ich bin, dass ich wieder ohne Schmerzen laufen kann“, so Neuber dankbar. Keta freut ich mit seiner Patientin:  „Mit entsprechender Erfahrung und einem kompetentem Team ist das ein verhältnismäßig kurzer Eingriff, mit maximalem Benefit“, so Keta. Zwar könne man die Genetik nicht verändern. Und man könne immer nur die Symptome behandeln. „Aber der Patient kann viel dazutun weitere Risikofaktoren, wie Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel und falsche Ernährung zu vermeiden“, gibt Keta allen gefäßkranken Patienten mit auf den Weg.

 

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