Notfallzentrum am Klinikum Kaufbeuren räumlich erweitert

20.04.2016, Klinikum Kaufbeuren
Verbesserte Koordination durch Triagesystem

Seit vielen Jahren steigt das Patientenaufkommen im Notfallzentrum Kaufbeuren unaufhörlich. Waren es in 2006 noch rund 15.000 Patienten, die im Notfallzentrum behandelt worden sind, so suchten 2015 bereits rund 27.000 Patienten das NFZ Kaufbeuren auf. Zwar sei die Personalgröße dem höheren Patientenaufkommen  angepasst worden,  nicht aber die Räumlichkeit. Oftmals Hauptgrund für Wartezeiten. Dem wurde jetzt mit einer Erweiterung Rechnung getragen. Auf einer mehr als doppelt so großen Grundfläche gibt es nun zusätzliche Untersuchungsräume, einen neuen, hell und freundlich gestalteten Wartebereich sowie eine spezielle Isolationseinheit.  Damit können Patientenströme ab sofort besser geleitet werden.

Dazu der ärztliche Leiter des Notfallzentrums Dr. Christof Albert: „Größter Gewinn unseres neuen NFZ ist, dass es nun die höchst sinnvolle Aufteilung zwischen internistischen und chirurgischen Untersuchungsräumen gibt“. Denn  internistische Notfallpatienten seien in der Regel viel zeitintensiver hinsichtlich Untersuchung und Behandlung als chirurgische Patienten. Komme beispielsweise ein Patient mit Platzwunde oder einem tiefen Schnitt im Finger könne er nach unkomplizierter Versorgung das NFZ verhältnismäßig schnell wieder verlassen. Ein internistischer Patient hingegen brauche in der Regel mehr Untersuchungen und belege somit den Behandlungsraum, bis alle Untersuchungen abgeschlossen seien und geklärt sei, ob er stationär aufgenommen werden müsse oder wieder nach Hause entlassen werden könne. Da es bislang gemeinsame Behandlungsräume gab, sorgten internistische Notfälle meist für lange Wartezeiten bei den nachfolgenden Patienten.

„ Mit der Einführung des sog. Triagesystems konnte zwar schon eine deutliche Verbesserung erreicht werden“, so Albert, „aber auch dieses System zur Einschätzung der Behandlungsdringlichkeitsstufe bei unseren Patienten, kann  jetzt mit den räumlichen Erweiterungen viel besser eingesetzt werden. Denn dieses System beinhalte auch eine räumliche Strukturierung, die logischerweise erst mit ausreichend Raum zur vollen Entfaltung kommen kann. Fakt ist: Das ganze Team ist mehr als glücklich über den Ausbau des Notfallzentrums. Schließlich waren sie diejenigen, die die Verärgerung über lange Wartezeiten aushalten und abfangen mussten. „Das neue Notfallzentrum entlastet uns alle sehr!“, freut sich Albert. Am meisten profitiere natürlich der Notfallpatient und das sei letztlich das, worauf es ankomme und worauf aller Augenmerk gerichtet sei.

Was ist ein Triagesystem?

Ein Notfallzentrum ist ein schwer planbarer Bereich, da die Anzahl der zu behandelnden Patienten sehr stark schwanken kann. Um speziell an Tagen mit hohem Patientenaufkommen alle Ressourcen optimal nutzen sowie eine perfekte Organisation und größtmögliche Patientensicherheit gewährleisten zu können, steuert das sog. Triagesystem, die Behandlungsreihenfolge der Patienten und stellt sicher, dass dringlichst zu behandelnde Patienten sofort identifiziert werden. Das heißt, jeder Patient, der ins Notfallzentrum kommt, wird sofort durch eine medizinische Fachpflegekraft nach festgelegten Kriterien in die entsprechenden Behandlungsdringlichkeitsstufen Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau von „duldet keinen Aufschub“ bis „nicht dringend“ eingeordnet. Auf diese Weise kann qualifiziert und objektiv eine Behandlungsreihenfolge in den zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten im Notfallzentrum festgelegt werden. Dies garantiert maximale Patientensicherheit, da insbesondere bei einem hohen Patientenaufkommen dringende Fälle sofort identifiziert werden können. Es bedeutet aber auch, dass nicht dringend zu behandelnde Patienten unter Umständen mit einer längeren Wartezeit zu rechnen haben.

 

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