Die Patientenbibliothek im Ruhestand

14.09.2015, Klinikum Kaufbeuren
Liselotte Munz und Ingeborg Schwägerl verabschieden sich mit Wehmut – nie einen Dienst ausfallen lassen

Wenn es nach Ingeborg Schwägerl oder Liselotte Munz gegangen wäre, so hätte die Patientenbibliothek noch Jahre weiterbestehen können. Aber die Zeiten haben sich geändert und damit auch die Aufenthaltsdauer der Patienten im Krankenhaus. „Kaum ein Patient bleibt noch solange im Krankenhaus, dass er ein ganzes Buch lesen könnte.“, erklärt Klinikleitung Theresia Müller.  Jedenfalls meist nicht lange genug, um es auch wieder zurückgeben zu können. Hauptproblem war letztlich jedoch die Hygiene: „Bücher, die an Patienten ausgeben worden waren, hätten nach der Rückgabe wischdesinfiziert,  zumindest aber mit 70 %igem  Alkohol abgewischt werden müssen“,  erläutert Müller.  „Das war organisatorisch einfach nicht zu leisten.“, so die Klinikleiterin.

Mehr als 16 Jahre lang kamen die Damen von der Patientenbibliothek regelmäßig alle zwei Wochen, um mit dem schweren Bücherwagen von Zimmer zu Zimmer zu ziehen und den Patienten unterschiedlichsten Lesestoff anzubieten. „Es war für jeden Geschmack etwas dabei“, weiß die 86jährige Frau Munz. Dass es jetzt vorbei ist mit dem Ehrenamt im Krankenhaus, stimmt beide schon ein wenig traurig. „Wir haben die Patientenbibliothek die vielen Jahre über immer pflichtbewusst und mit viel Herzblut betreut“, sind sich die beiden Damen einig. Dabei waren sie nicht nur verantwortlich für die Ausgabe und Rücknahme des Lesestoffs. Sie haben die Bücher sortiert, gepflegt, gelistet, selbst ausgesucht und manchmal auch aus eigener Kasse was Neues beigesteuert.

„Bücher sind meine Leidenschaft“, gesteht Schwägerl, die ehemalige Lehrerin.  Als sie noch aktiv im Schuldienst war, verwaltete sie mit großer Sorgfalt die Schulbücherei. Seit vielen Jahren rezensiert die nun fast  80jährige Kinderbücher. Kein Wunder also, dass gute Kindergeschichten deshalb auch zu ihrer Lieblingsliteratur zählen. Munz hingegen war selbst viele Jahre als Kinderkrankenschwester in der Städtischen Klinik in Augsburg tätig und hat so einfach noch eine Verbundenheit  zum Krankenhaus.

Stolz sind die beiden Bücherfreundinnen beim Abschied vor allem auf eines:  „Wir haben in den langen Jahren nie einen Dienst ausfallen lassen“, berichtet Schwägerl. Wenn eine von beiden krank war, so habe man den Bibliotheksdienst halt einfach um ein paar Tage verschoben. Und gerne erinnern sich die beiden an manch schöne Begegnung und manch intensives Gespräch mit dem ein oder anderen Patienten.

Trotzdem: Langweilig wird es keiner von beiden werden: Schwägerl rezensiert nach wie vor Kinderbücher und leitet einen Blockflötenkreis. Und Munz kennt grundsätzlich keine Langeweile – solange sie gesund ist, will sie aktiv bleiben und unter die Leute gehen.  Vorstand Dr. Ostwald und Theresia Müller bedankten sich bei den zwei liebenswürdigen Damen herzlichst für ihre lange und zuverlässige ehrenamtliche Tätigkeit und überreichten ihnen zum Abschied einen bunten Blumenstrauß.

 

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