Kleinstes EKG-Gerät der Welt im Klinikum Kaufbeuren implantiert

04.08.2014, Klinikum Kaufbeuren
Streichholzgroßer Ereignisrekorder zeichnet schwer diagnostizierbare Herzrhythmusstörungen auf.

Herzrhythmusstörungen sind für die Betroffenen beängstigend und durchaus nicht immer harmlos. Immerhin leiden mehrere 100.000 Menschen in Deutschland an den unterschiedlichsten Herzarrhythmien wie z. B. Herzstolpern, kurzzeitige Aussetzer oder auch starkes Herzrasen. Müdigkeit, Luftnot und Schwindel bis hin zur Ohnmacht sind nicht selten die Folge. Das Herz gerät aus dem Takt. Es schlägt zu langsam, zu schnell, unregelmäßig oder aber setzt für einige Momente ganz aus. Einige Formen von Herzrhythmusstörungen sind harmlos, andere hingegen können lebensbedrohlich sein. Vorhofflimmern u.a. ist eine Rhythmus¬störung der Herzvorhöfe. Wird es nicht erkannt und behandelt, steigt das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Das Problem: Oft treten diese Arrhythmien nur unregelmäßig oder in großen zeitlichen Abständen auf. Eine Untersuchung mit einem Langzeit-EKG zeigt dann häufig keine Auffälligkeit an und eine gezielte Diagnose ist schwer.
Um jedoch eine schwerwiegende Erkrankung auszuschließen, ist es immer wichtig, die Ursache der Symptome abzuklären, um gegebenenfalls die richtige Therapie zeitnah einleiten zu können. Hierfür wurde jetzt der ersten Patientin im Klinikum Kaufbeuren das kleinste EKG-Gerät der Welt eingesetzt. Es handelt sich dabei um einen Mini-Herzmonitor, der drei Jahre lang das EKG der Patientin kontinuierlich überwacht und Ereignisse aufzeichnet. „Die 49jährige Patientin erlitt vor kurzem einen Schlaganfall“ informiert Chefarzt PD Dr. Koller. „Um abzuklären, ob ein bis dato nicht diagnostiziertes Vorhofflimmern ursächlich war, wurde der Patientin das nur streichholzgroße Gerät unter die Haut implantiert“, so Koller. Der minimalinvasive Eingriff habe unter örtlicher Betäubung stattgefunden, da nur ein ca. zwei Zentimeter kleiner Hautschnitt erforderlich sei. Die erste Kontrolle finde nach vier Wochen statt, danach würden die Aufzeichnungen alle drei Monate abgefragt. Sollte sich tatsächlich herausstellen, dass die Patientin an Vorhofflimmern leidet, so hätte dies natürlich entsprechende therapeutische Konsequenz, erläutert der Chefarzt. Das Praktische: Patienten mit dem implantierten, nur 2 Gramm schweren Eventrekorder könnten dennoch in einem MRT oder Kernspin untersucht werden, wenn dies notwendig sei. Das EKG-Gerät müsse dafür nicht entfernt werden.
„Für die Implantation dieses kleinsten EKG-Gerätes der Welt kommen insbesondere Patienten infrage, die über Symptome von Herzrhythmusstörungen klagen, die sich im herkömmlichen Langzeit-EKG nicht „einfangen“ lassen, Patienten mit unklaren Bewusstseinsstörungen und Ohnmachtsanfällen sowie Patienten mit unklarem Schlaganfall“, zählt Koller auf. Der Kardiologie-Chefarzt schätzt, dass es sich im Raum Ostallgäu um rund 100 Patienten jährlich handelt, die aufgrund ihrer Symptomatik dieses Gerät im Klinikum Kaufbeuren eingesetzt bekommen werden. Alles in allem handle es sich um modernste Diagnostik, die im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut gehe…

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